Auch Blogger können Krallen ausfahren oder das Ende der Getty Geschichte

Foto: Claudia Schramm lebe-weise.de

Ende gut alles gut.

Heute habe ich wieder Post in Sachen Getty bekommen, diesmal allerdings elektronische. Darin wurde mir folgendes mitgeteilt:

„Die Werke unserer Fotografen und Künstler zu schützen, ist für Getty Images von hoher Bedeutung. Die Fotografen und Künstler, die uns ihre Werke zur Verfügung stellen, erwarten von uns, dass sie für jede kommerzielle Nutzung Ihrer Werke vergütet werden. Daher lassen wir aktiv im Internet nach möglichen unerlaubten Nutzungen suchen und gleichen diese gegen die vergebenen Lizenzen ab.

Uns ist durchaus bewusst, dass die unberechtigte Nutzung von Bildern im Zusammenhang mit Blogs und Social Media nur selten mit Absicht erfolgt. Deshalb ist es Getty Images stets ein Anliegen mit den Endnutzern eine gütliche Lösung zu erarbeiten, die alle beteiligten Umstände und Parteien berücksichtigt, zu denen auch die Fotografen und Künstler zählen, die sich darauf verlassen, dass wir ihre Urheberrechte schützen. In diesem konkreten Fall sind wir sehr erfreut darüber, dass sich Frau Juchem an uns gewendet hat, um weitere Einzelheiten zum Fall darzulegen. Aufgrund dieser Einblicke können wir nun feststellen, dass das Foto in nicht-kommerziellem Rahmen und durch einen Dritten genutzt wurde. In Anbetracht der Tatsache, dass das Bild zudem von der Webseite entfernt wurde, werden wir in dieser Sache keine weiteren Ansprüche geltend machen und haben den Fall geschlossen.

Wir wissen, dass es viele kleine Unternehmen und Bildkäufer gibt, für die Bildlizensierung noch ein neues Feld darstellt und dass es schwierig ist, in Erfahrung zu bringen, wo man damit beginnen kann. Deshalb hat Getty Images gemeinsam mit einigen Branchenpartnern die Plattform www.stockphotorights.com gestartet, die mittlerweile auch in deutscher Version verfügbar ist: www.stockphotorights.de. Diese Webseite bietet im Auftrag der Fotobranche Informationen, um potentielle Bildnutzer bei der Nutzung und Lizenzierung von Bildern zu unterstützen.

Wir bedauern die Unannehmlichkeiten und hoffen, Sie haben Verständnis für unser Bestreben, die Interessen und das geistige Eigentum unserer Künstler zu schützen.“

Das ging sehr viel schneller als ich das erhofft hatte, aber vor allem ging es so aus, wie ich es gehofft hatte 🙂

Als allererstes möchte ich mich ganz herzlich bedanken:

Bei Robert Basic der durch seine Reaktion aus meinen kleinen Schneekugel die ich ins Netz geworfen habe, eine Riesenlawine gemacht hat. Auf meinen Blogpost wurde mehr als 10.000 mal zugegriffen. Außerdem hat sich auf seine Fürsprache hin ein Mittler zu Getty eingeschaltet, der nicht genannt werden möchte, dem es aber zu verdanken ist, das der Fall schnell und zügig zu meinen Gunsten geklärt wurde.

Meinem Rechtsanwalt Marcus Dury, der auch am Wochenende und trotz familiärer Verpflichtungen meine Fragen geduldig und kompetent beantwortet hat und mir durch seine Souveränität Sicherheit vermittelt hat

An Katrin Blass vom SR, die, gute Journalistin die sie ist, am Samstag schon den Wert der Story erkannt hat und nach den Interviews mit Marcus Dury und mir, auch Getty dazu gebracht hat, sich zu dem Fall zu äußern. Wie es sich liest, wenn Profis die  Geschichte zusammenfassen, dann klickt doch bitte auf diesen Link: Zu Unrecht abgemahnt.

An alle Bekannten und Unbekannten Menschen in den Weiten des Internet, die mir Mut gemacht habe: im Blog per Kommentar, per Blogpost, Tweet, G+ oder FB Update. Ihr seid großartig und habt durch eure Präsenz mit Sicherheit dazu beigetragen, dass der ganze Fall ad acta gelegt wird.

Zu dem Satz von Getty: „…. und hoffen, Sie haben Verständnis für unser Bestreben, die Interessen und das geistige Eigentum unserer Künstler zu schützen“, kann ich nur ganz entschieden: Jein antworten. Warum das so ist, dazu schreibe ich demnächst einen eigenen Blogpost.

Jetzt atme ich erst mal auf und räum die Steine weg, die mir vom Herzen gefallen sind.

 

 

 

Das könnte Euch auch interessieren:

19 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich freu mich so für dich! Was bleibt ist ein fader Beigeschmack – und ich warte darauf, wann der erste Facebook-Plug-In-Nutzer von Getty Images abgemahnt wird, weil irgendein FB-User einen Kommentar auf seiner Webseite veröffentlicht hat. Oder der nächste Bllogbetreiber.

    • Gefällt mir ganz und gar nicht. Denn: Der Straftatbestand der „Erschleichung einer Leistung“ (in Österreich § 149 StGB) (in Deutschland gilt bestimmt ähnliches) ist erfüllt und zwar qualifiziert erfüllt, und daher Rechts relevant der Firma Getty Images Inc vorwerfbar.

      Selbstständig ein Verfahren anzustrengen ist nicht notwendig.

      Das mindeste was von Ihrer Seite noch getan werden sollte, noch bevor Sie diese Causa ruhigen Gewissen ad acta legen können, ist, wie in einem Rechtsstaat üblich, in schriftlicher Form, unbedingt die zuständige Justizministerin Frau Dr. Leutheusser-Schnarrenberger, mittels einer sachlich gehaltenen Beschreibung des Tat-hergangs, mit allen Ihnen zur Verfügung stehenden, bloß den Fall betreffenden, Kerninformationen, in Kenntnis zu setzen:

      h t t p://w w w.leutheusser-schnarrenberger.de/contact

      Das Justizministerium scheint bereits an einem Gesetz zum besseren Schutz gegen überzogene Abmahnungen zu arbeiten:

      h t tp://w w w.leutheusser-schnarrenberger.de/medien/presse/pressemitteilungen/besserer-schutz-gegen-ueberzogene-abmahnungen

      mfg, d ie Wahrheitsfindung

  2. Super! Ich fand die Sache eh ungerecht. Wie soll es möglich sein, als Bloggerin nicht nur den Kontent der Kommentare sondern auch noch die Gravatare zu überprüfen??? Herzlichen Glückwunsch und auf Nimmerwiedersehn Getty Images!

  3. Bin froh für dich!
    Trotzdem hoffe ich, dass das auch mal von einem Gericht so entschieden wird und man sich dann ohne Anwalt einfach auf das Urteil beziehen kann. Ein kleiner Blogger zahlt bei sowas ja trotzdem drauf. Denn selbst wenn sie die Abmahnung zurück nehmen, bleibt man auf den Anwaltskosten sitzen.

  4. Klasse. Das freut mich für dich 🙂
    Auch wenn nicht alle Abgemahnten so gut vernetzt sein dürften wie du. Aber du hast gezeigt: es geht.

  5. Schön, dass das jetzt so gut für dich ausgegangen ist!
    Finde es schlimm auf was für Eventualitäten man als privater Webseitenbetreiber/Blogger alles achten muss/soll und dann noch daran den Spaß behalten etwas zu veröffentlichen.

  6. Ach Andrea, ich freu mich so!! Hoffentlich lernt Getty Images auch daraus und handelt bei anderen Bloggern genauso, die unbedarft in die Falle tappen – und macht nicht nur bei denjenigen eine Ausnahme, die gut vernetzt sind.

  7. Vielen Dank an Euch alle fürs mitfiebern und jetzt mitfreuen. Sicher ist ein großer Vorteil, dass ich gut vernetzt bin und mich nicht sofort ins Bockshorn jagen lasse, und dennoch war es ein großer Schock. Und er sitzt so tief, dass ich das Thema bloggen noch mal ganz neu betrachte.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert