Impulskäufe

Schokolade

Wie soll man da widerstehen?

In meiner Serie über Konsum schaue ich heute auf  Impulskäufe. Wie schnell geben wir dem Drang nach, uns etwas zu kaufen. Wie Kinder an der Supermarktasse, die magisch von den Süßigkeiten angezogen werden, hören wir den Ruf von größeren Süßigkeiten, die alle schreien: kauf mich und ich mach dich glücklich.

Dann wird mal auf die Schnelle gekauft:

  • ein paar neue Schuhe
  • das 30. T-Shirt
  • etwas schönes zum dekorieren
  • ein Buch, das wir unbedingt haben müssen, nur um es auf den 3 Meter Stapeln mit Bücher zu legen, die wir auch unbedingt haben mussten und doch nie lesen
  • eine neue CD/DVD die wir einmal hören/sehen und dann nie wieder
  • einen vollkommen überteuerten Lifestyle Kaffee mit ausgefallenem Namen
  • etwas x-beliebiges

Wie oft haben wir eine Küchenmaschine (Wok, Fritteuse, elektrische Pfeffermühle) oder ein Werkzeug gekauft, dass 1 – 9 Mal benutzt wurde, um dann auf nie mehr wiedersehen im Keller oder in einer Schublade zu verschwinden?

Wie oft dient Konsum nur dazu, uns für 5 Minuten zu erfreuen, zu trösten, Frust zu heilen? Wie oft ist es ein Mittel, eine innere Leere zu füllen? Und wie oft macht uns das, was wir uns gekauft haben, wirklich glücklich?

Einen sehr guten und kritischen Text zu Impulskäufen und ein Mittel, diese zu reduzieren findet ihr im Blog: 52 Wege: Der Geldbörsenfreund. Die Idee, die Scheckkarte zu verpacken, ist ebenso einfach wie genial und erhöht mit Sicherheit das Bewußtsein für solche, oft überflüssigen, Impulskäufe.

Was mich früher auch oft zurückgehalten hat, spontan Dinge zu kaufen, oder bei eher unnötigen Anschaffungen dass Gehirn einzuschalten, bevor ich die Geldbörse geöffnet habe, war die Tatsache, dass ich ein Haushaltsbuch geführt habe, in das ich jede Aussgabe eingetragen habe. Auch die 50 Cent für die Parkuhr. Und bei jeder Ausgabe habe ich mich gefragt: will ich das wirklich eintragen? Und oft habe ich mich dagegen entschieden. Am Ende vom Jahr ist dann immer noch erschreckend genug Geld für solche Kleinigkeiten zusammen gekommen. Oft unterschätzt man gnadenlos zu welchen Summen sich auch kleine Beträge aufsummieren können.

Wie haltet ihr es mit Impulskäufen? Und findet ihr, dass sie euch auf Dauer glücklich machen?

Das könnte Euch auch interessieren:

3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Wäre ich gemein, dann könnte ich mich jetzt an einen Impulskauf vor einigen Wochen erinnern. Eine Backmischung. Nußkuchen. Weil ich plötzlich der Meinung war, ich möchte jetzt unbedingt mal wieder so einen Nußkuchen mit dieser Zimtglasur essen. Die Packung steht seither im Regal, der Kuchen existiert bis heute nur in meiner Vorstellung. Aber ich habe die Packung gerade nochmal in den Händen rumgedreht – wahrscheinlich hättest Du mir ohnehin vom Kauf abgeraten, denn als Hersteller firmiert eine Mühlschlegel GmbH 😉

    Doch zum Thema: Ich gebe zu, ich falle sehr gerne drauf rein. Hängt auch damit zusammen, daß ich gerne in Supermärkten, die ansprechend gestaltet sind, auf Entdeckungsreise gehe; das finde ich sogar gelegentlich geradezu erholsam: Eine Viertelstunde – kein Witz! – vor der Kühltheke Joghurts angucken, oder so (und meistens landet dann auch das eine oder andere im Korb, obwohl noch drei im Kühlschrank stehen). Nur ein Beispiel.

    Insgesamt stelle ich fest – bei Nahrungsmitteln erliege ich recht rasch, bei Büchern auch (wobei ich Bücher nicht nur als „Konsumartikel“ sehe; manche Bücher muß man nicht von vorn bis hinten durchlesen und es ist trotzdem gut, daß man sie hat), bei anderen Dingen bin ich eher resistent. Bislang konnte mich noch keiner überzeugen, daß ein flacher Monsterfernseher, eine Spülmaschine, oder elektrische Dosenöffner oder drei Zahnpasten mein Leben nachhaltig bereichern können. Das würde ich also erst recht nicht impulsiv kaufen.

    Letztlich sollte man sich – gelingt mit aber nur leidlich – immer fragen: Gibt es ein Bedürfnis. Worin gründet es? Warum willst du das jetzt haben? Auch Frust kann, nur ein Beispiel, mal ein Grund sein, sich etwas zu kaufen. Meiner Meinung nach ok, solange man den Mechanismus dahinter halbwegs durchschaut, sich an der Sache eine Weile freut (endlose Freude gibt es sowieso nur bei Gott) und nicht jedes Ungemach in den nächstbesten Supermarkt führt.

    • Danke Andreas für deinen ausführlichen Kommentar.
      Zum Nusskuchen, warum sollte ich dir vom Kauf abraten. Auch die Komkurrenz ist durchaus in der Lage gute Produkte herzustellen. Und genausowenig wie du Bücher unter Konsumartikel einordnest, so wenig tue ich das mit Lebensmitteln. Und ich hoffe sehr, dass diese Packung noch ihrer Bestimmung zugeführt wird und nicht den Mio. Tonnen weggeworfenen Lebensmitteln zugerechnet werden muss (kleiner Tipp: auch wenn die Packung abgelaufen ist, du kannst sie mit Sicherheit noch Monate danach backen).

      Danke auch für die Fragen die du auflistet. Sie sind mit Sicherheit sehr hilfreich.

  2. Impulskauf! Diese Krankheit überfiel mich früher häufiger, als ich jünger war und weniger Geld zur Verfügung hatte. Heute kann es sein, dass ich bei starken Symptomen,  mein Bedürfnis befriedige indem ich das Objekt meiner Begierde in den Einkaufswagen lege, es eine halbe Stunde spazieren fahre und kurz vor der Kasse….kommt es dann wieder zurück an seinen Platz.  Je nach Länge der Einkaufsliste nutzte ich die Zeit ,  das  „Für und Wider“ des Wunschartikels auf genaueste auszuloten und meistens entscheide ich mich dagegen.-))   Soll nicht heißen, dass es mir überhaupt nicht mehr passiert, aber es sind dann heute eher selten Käufe die ich im Nachhinein bereue. (vielleicht hatte ich auch zur zu wenig Zeit zum Überlegen .-)

Schreibe einen Kommentar


%d Bloggern gefällt das: