Rezension: Stefan von Kempis – Papst Franziskus Wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet

Papst

Papst Franziskus – wer er ist, wie er denkt, was ihn erwartet. So lautet der vielversprechende Titel eines großformatigen Bild- und Informationsbandes, den der Herder Verlag bereits 4 Wochen nach der Wahl von Jorge Mario Bergoglio zum Papst, herausgebracht hat.

Stefan von Kempis, Redakteur bei Radio Vatikan und bei der Zeitschrift Gemeinsam glauben, Autor mehrerer Bücher über Papst Benedikt XVI. und fundierter Vatikankenner, legt mit seinem Buch eine sehr gute Einführung über „den Neuen“ vor. Zwar ist das Netz voll mit „Wahrheiten“ und Halbwahrheiten, mit Bildern und Anekdoten, aber wer einen ersten guten Einblick in den Werdegang und die Denkweise von Papst Franziskus erhalten möchte, ist bei diesem reich bebilderten und leicht verständlich geschriebenen Buch genau richtig.

Das Buch liest sich so flüssig wie ein Roman.

Beginnend mit dem Moment, in dem weißer Rauch über der sixtinischen Kapelle aufstieg, mit einem angemessenen Rückblick auf den Rücktritt von Benedikt XVI., der papstlosen Zeit und dem Konklave , widmet es sich dann dem Werdegang des „Bischofs vom Ende der Welt“ und beleuchtet die ersten Schritte des neuen Pontifikats, um im letzten Kapitel dann auf die vielen Baustellen einzugehen, die Autor, große Teile der katholischen Welt und viele Journalisten für den neuen Papst ausgemacht haben.

Wichtigen Personen und Ereignissen aus der Geschichte, wie den Heiligen Franziskus und Ignatius, Papst Coelestin V. und der argentinischen Militärdiktatur sind eigene, farblich abgehobene Seiten gewidmet, so dass man diese zum schnellen Nachschlagen gut wiederfinden kann.

Es macht wirklich Vergnügen das Buch zu lesen, mal ganz abgesehen von der Meisterleistung, in einer derart kurzen Zeitspanne, ein so gut geschriebenes und gestaltetes Buch herauszugeben.

Am Ende hat man wirklich das Gefühl Papst Franziskus und seine Denkweise ein wenig zu kennen. Aber nur ein wenig. Das Buch von Stefan von Kempis beantwortet zwar viele Fragen über den neuen Papst, aber mehr als ein Anriss des Themas ist es dann doch wieder nicht. Mir hat es auf alle Fälle gut gefallen und mich noch neugieriger gemacht, unseren neuen Papst und seine Denkweise besser kennenzulernen. Daher freue ich mich schon sehr darauf die Bücher: „Offener Geist und gläubiges Herz“ und „Mein Leben, mein Weg. El Jesuita“ zu lesen.

Bis ihr darüber eine Rezension zu lesen bekommt wird wohl etwas länger dauern, denn wenn dieses Buch quasi das Amuse Bouche war, dürften die beiden o.g. Bücher einen reichhaltigen Hauptgang darstellen. Ich bin gespannt….

 

 

 

 

 

 

Das könnte Euch auch interessieren:

1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. Noch ein Papstbuch. Aber keine Angst, auch wenn die Aufmachung vermuten lässt, dass es sich um ein neues Werk über den Papst handelt – der Schein trügt glücklicherweise. In Argentinien ist dieses Buch bereits im letzten Jahr erschienen. Damals war Papst Franziskus noch Kardinal Bergoglio.Aber vielleicht ist ja die Tatsache, dass der Autor hier eben als Kardinal all sein revolutionäres und spirituelles Empfinden ausbreitet, viel authentischer all dem vorzuziehen, was er seit März 2013 sagt und schon dies ist revolutionär. Als Jorge Mario Bergoglio dieses Buch schrieb konnte niemand vorraussagen, dass er ein Jahr später zum Papst gewählt werden würde, schon allein deshalb besitzt dieses Buch für mich eine äußerst hohe Glaubwürdigkeit.Lese ich nun die Texte Bergoglios, so wird mir Angst und Bange vor den Reaktionen heute in den ehrwürdigen Hallen des Vatikans. Ich lese des Autors Kapitel zur starken Judit „Der freie Zugang zu Gott“ und kann seinen Ausführungen nur zustimmen. Der Autor befragt biblische Gestalten wie Abraham, Mose, Simeon und David und fragt sehr deutlich was uns diese biblischen Geschichten heute für unseren Alltag zu sagen haben.Beim Autor klingt vieles unverblümt, schnörkellos, ohne Umschweife kommt er zur Sache. Ich hoffe sehr, er behält seine Ausdrucksweise auch als Papst bei. Das nämlich ist die Sprache derer, die seiner bedürfen. Es ist die Sprache des Herzens, die hier zu hören ist. Mit dieser Sprache kann Franziskus viele Enttäuschte neu begeistern!Mit Jorge Mario Bergoglio hat ein Mann den Stuhl Petri besetzt, der so etwas wie eine völlig neue Vision mitbringt. Er hat die Gabe mit seiner Herzenssprache Massen zu mobilisieren. Nach diesem Buch sind meine Erwartungen an ihn noch höher als zuvor!

Schreibe einen Kommentar


%d Bloggern gefällt das: