Von einer die auszog: Spenden zu sammeln

Geboren wurde die Idee über Twitter, @OleKopelke fragte mich, ob wir als Unternehmen nicht Lust hätten, den neu gegründeten Arbeitskreis Care Saarbrücken, einen Ableger der Care Deutschland, bei einer Aktion anlässlich des Welternährungstages zu unterstützen.

Schnell war die Idee geboren, Mehl und Backmischungen zugunsten von Care zu verkaufen und mit der Aktion darauf hinzuweisen, für wie wenig Geld und wie einfach wir uns hier mit Grundnahungsmitteln versorgen können und wie viele Menschen nicht. Von unserer Seite aus sollte Ware und Unterstützung am Tag kommen, die Organisation des Tages übernahm der AK Care Saarbrücken.

Dieser Arbeitskreis ist noch sehr jung. Gegründet wurde er im Sommer dieses Jahres von Daniela Schramm, einer höchst engagierten 19jährigen Jurastudentin aus Saarbrücken die ihre Schwester und Freunde mit ins Boot nahm.

09 Okt CareSB klein

Katharina Schramm und Initiatorin Daniela Schramm

Leider war der Enthusiasmus mit dem die Aktion geplant wurde nicht mit dem Erfolg gekrönt, den wir ihm gewünscht haben

Der Care Stand war sehr publikumswirksam genau gegenüber von Karstadt Saarbrücken gelegen. Daniela und Katharina Schramm hatten ihn zusammen mit zwei Auszubildenden aus unserem Unternehmen, Barbara Born und Sebastian Deetz aufgebaut, Flyer ausgelegt, Ware drapiert und harrten der Menschen die ihnen nun für nur 1€ eine Packung Mehl oder für 2€ eine Backmischung abkaufen sollten oder zumindest interessiert in einen Flyer hineinschauen würden. Der Erlös aus dem Verkauf sollte komplett an Care fließen.

Aber Fehlanzeige. Die Menschen beachteten sie meistens gar nicht. Teilweise wurden sie zur Seite geschoben, angepampt oder schlichtweg behandelt als seien sie Luft. 2 Stunden war ich auch am Stand und konnte die gleiche Erfahrung machen. Ein Mann dem ich 1 Päckchen Mehl für 1€ verkaufen wollte entgegnete mir allen Ernstes er würde ja spenden und das nicht zu knapp. Klar, glaube ich ja auch, aber 1 €? In Worten ein Euro. Dieses Nichts an Betrag. 1 Stunde Parken in Saarbrücken kostet mehr…

Klar jeder weiß wie das ist, man läuft durch die Stadt, ist mehr oder minder gehetzt und ist genervt von den vielen Ständen. Aber ist das wirklich ein Grund, nicht einmal ein Mindestmaß an Höflichkeit walten zu lassen? Ein „Nein danke“ oder ein freundliches Lächeln sind doch nicht so viel verlangt. Ich kann euch sagen, das war heute Mangelware.

Meiner Ablösung, Melanie Jost, ebenfalls Auszubildende bei Juchem ging es keinen Deut besser. Mit Ausnahme von mir waren alle deutlich unter 25. Die jüngste Spendenwerberin sogar erst 16 Jahre alt.

Nach der Erfahrung des heutigen Tages frage ich mich: Belohnen wir so das Engagement von jungen Menschen die begeistert die Welt ein bisschen besser machen wollen? Die nicht zur Generation „Null Bock“ gehören oder sich nur für Fernsehen, Klamotten und Feiern interessieren?

Auch wir als Unternehmen hätten es uns wesentlich einfacher machen können. Statt mit zu organisieren und Zeit und Ware zu spenden, wäre es mit einer Überweisung auch getan gewesen, aber wäre das der bessere Weg gewesen? Ich denke nicht.

Dieser Tag war auf alle Fälle sehr hilfreich um mal wieder die Sinne zu schärfen.

Aber nichts desto trotz, die Aktion hat allen Beteiligten dennoch Spaß gemacht und niemand lässt dich dadurch entmutigen. Mir tut es nur sehr leid für das Herzblut den Daniela Schramm und alle Helfer in diese Aktion gesteckt haben.

Wenn Ihr etwas für den Arbeitskreis Care Saarbrücken tun möchtet, spendet doch bitte an:

Care Deutschland-Luxemburg e.V.
Spendenkonto: 44040

BLZ: 37050198

Verwendungszweck: Arbeitskreis Care Saarbrücken für Projekt Provinz Ratanakiri, Kambodscha

Die Aktivitäten des AK Care Saarbrücken könnt ihr auch auf Twitter verfolgen: @careSB

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. so etwas ist immer schade, aber das liegt in der Natur des Innenstadt-Standes, glaube ich. Ich finde die Aktion toll, aber wenn ich mir das Bild ansehe, dann wäre ich vielleicht auch vorbeigelaufen, weil ich eine Produkt-PR angenommen hätte. Das sieht vielleicht ZU professionell aus… Nur so als Tipp. Vielleicht beim nächsten Mal den karikativen NGO-Charakter besser darstellen, CARE mehr in den Vordergrund stellen und das Interesse der Firma klarstellen (optisch)

    … Und nicht aufgeben!

  2. Kann verstehen, dass man von diesem Foto den Eindruck hat, aber der Stand war ganz klar als Care Stand zu erkennen mit Logo und mit allem, alle Aufsteller und Flyer waren von Care, nur auf em Tisch standen die Backmischungen. Die jungen Frauen sind ja auch vor dem Stand auf und ab gegangen und haben gesagt, dass sie von Care sind und dass es um den Welternährungstag geht. Wir wären ja alle schon super froh gewesen die Menschen hätten einfach nur den Flyer genommen und 2 Sekunden Aufmerksamkeit darauf verwendet.

  3. Das ist schade, das jetzt zu lesen… Vermutlich ist es wirklich so gewesen, dass die Leute keinen Blick dafür hatten, wofür die Mädels wirklich da sind. Je nach Stimmung und Hetzpegel, erwische ich mich auch oft mit Scheuklappen in der City. Ist aber trotzdem keine Entschuldigung für patziges Verhalten. Keine Frage.

    Soll die Aktion denn nochmal wiederholt werden?

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