Sternsinger

Gestern Abend auf Twitter, ein Tweet der mich echt erschreckt hat: Jetzt ziehen sie wieder von Tür zu Tür, betteln und beschmieren auch noch Türen. Also ehrlich Religion hin, Religion her, da gibt es Kinder die nicht nur vor der X-Box und dem Fernseher hängen, die nicht nur darüber nachdenken was sie sich als nächstes kaufen können, die nicht nur um sich selbst kreisen, sondern die sich der größten Kindersolidaritätsaktion weltweit angeschlossen haben um zu helfen, die in eisiger Kälter stundenlang von Haustür zu Haustür ziehen um für Kinder zu sammeln, und die werden dann so diffamiert. Klar, könnte scherzhaft gemeint sein, ist es in dem ein oder anderen Fall ist es ja vielleicht auch so, aber leider habe ich es auch schon so erlebt, als meine Kinder noch klein waren und bei der Aktion Sternsingen mitgemacht haben (und ich als begleitende Mama brav hinterhergedackelt bin). Wieviele Leute erst gar nicht aufmachen. Und wenn es nur für 10 Cent und die Anerkennung dessen, was die Kinder tun, wäre. Aber nein, man merkt, dass die Leute zu Hause sind, aber aufgemacht wird nicht, im schlimmsten Fall, auch schon erlebt, werden die Kinder beschimpft. Aber davon lassen sich Kinder nicht entmutigen, und die Menschen die sich von den kleinen Königen rühren lassen, sind immer noch in der Mehrzahl. Und vielleicht haben sie ja dann auch einen kleinen König vor der Tür, wie meine Schwester letztes Jahr,  der meinte: Wir sind Kasper, Melchior und Balsamico ;-).

Mehr zum Hintergrund der Sternsinger findet ihr hier.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=SfXEaAstD0U]

Ein lustiges Chart zum Thema findet ihr in meinem Blogbeitrag vom letzten Jahr.

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo

    Ich melde mich mal als Vertreter der bösartigen „Die Tür bleibt zu“-Fraktion.
    Bei uns wird die Tür für die Sternsinger auch nicht geöffnet, weil:

    1. Wir mit dem Verein nichts zu tun haben (wollen)
    Meine Holde und ich sind vor über zwanzig Jahren aus Überzeugung aus der Kirche ausgetreten. Wir haben unseren Sohn, allen dörflichen Widerständen zum Trotz nicht taufen lassen und sind auch nicht kirchlich verheiratet.
    Kurzum, die, bei uns überwiegend katholische, christliche Kirche soll uns in Frieden lassen. Sie gehört nicht zu unserem Leben.

    2. Der Zweck der Sammlung ist mir zuwider
    Das hört sich hart an und ich spreche hier ausdrücklich nur für meine kleine Eifelgemeinde.
    Bei uns hat es sich eingebürgert, daß kirchliche Spendenaktionen immer für irgendwelche „prestigeträchtigen“ internationalen Projekte gedacht sind. Die Gemeinde unterstützt ein Waisenhaus, natürlich nicht in Monschau, Simmerath oder Rurberg, nein, das muss schon in Indien sein;
    abstruserweise in einer der reichsten Provinzen Indiens…
    Genauso sammeln die Sternsinger bei uns nicht für arme Bälger in der Eifel oder zumindest in Deutschland. Da wird dann lieber für arme Negerkinder im Senegal gefroren….
    Ich bestreite garnicht, daß in Afrika schlimme Zustände herrschen, aber zumindest in meiner Gemeinde hat man über die Beschäftigung mit medienwirksamen Hilfsprojekten den Blick für die armen Schweine im eigenen Vorgarten verloren.
    Deshalb gibt es von mir nur noch Unterstützung für heimische Projekte, am besten für solche, bei denen ich die Verantwortlichen und möglichst die Nutznießer kenne.
    Da gehören Sternsinger, Missio, Misereor und wie sie alle heißen nicht zu.

    3. Kinder….
    Ich bin der Meinung, daß ich nicht prinzipiell Alles fördern oder beklatschen muss, nur weil Kinder invoviert oder sogar die Protagonisten sind.
    Leider schaltet in unserer Gesellschaft die Kombination von Kinder und Hilfe bei vielen Leuten das Hirn ab und es kommt der ungefilterte Elterninstinkt zum Vorschein.

    Schlußendlich halte ich , wiederum nur aus meiner persönlichen Erfahrung gespeißt, diese ganze Kirchen-Messdiener-Sternsinger-Kommunion-Geschichten für alberne, sinnentleerte Konventionen.
    Sicher gibt es Leute und Familien in denen christlicher Glaube tatsächlich eine wichtige Rolle spielt.
    In meinem Umfeld ist das nicht so. Da geht es nur darum, nicht aufzufallen und sich „richtig“ zu verhalten.
    Die Abkehr von der Kirche bei meiner Frau und mir hat niemanden interessiert. Aber unseren Sohn konsequent nicht taufen zu lassen, nicht Weihnachten zu feiern, usw – „Das könnt ihr doch nicht machen! Was sollen denn die Leute denken?!“

    Just my 2ct

  2. Mich erschreckt zunehmend, mit wieviel Kraft sich immer mehr Leute gegen die Kirche wehren – ich weiß nicht recht, mir würde etwas sehr Angenehmes ohne „meine“ Gemeinde fehlen, ich bin heute sehr gerne in den Gottesdienst gegangen. Vielleict habe ich eben einfach nur Glück mit meinem kirchlichen Leben… ich schätze die Geborgenheit dieser Traditionen sehr.

    Ich teile Michael Kiewegs Meinung, dass es durchaus auch Sinn machen würde, vor allem auch die armen Schweine vor der eigenen Haustür zu bedenken und nicht immer nur das Elend am anderen Ende der Welt, jedoch muss eben überall geholfen werden.

    Ich wünsche allen, die sich der Kirche entfremdet haben, dass sie trotzdem gehalten werden.

  3. Bei uns in der Gemeinde werden die Sternsinger „bestellt“ – sie läuten nicht an fremden Türen. Was ich schade finde. Denn wir sind aus der Kirche ausgetreten, aber natürlich öffnen wir die Tür, wenn Spenden für christliche Zwecke gesammelt werden und tragen bei.
    Zum europäischen Wohlstand hat Ora et labora einst den Grundstein gelegt – wo wäre unsere Kultur heute ohne die Klöster, die im Mittelalter begannen, Schulen, Kranken- und Waisenhäuser zu betreiben, für Bildung und ein Gemeinwesen zu sorgen, wo der Staat noch gar nicht auf die Idee gekommen war.
    Die Kirche mit ihren Ritualen bereichert nach wie vor unsere Kultur und ich möchte das Angebot nicht missen – auch wenn ich selbst nicht mehr zur Kirche gehe, weil ich meine geistige Heimat anderswo gefunden habe. Die Segensbitte der kleinen Könige ist herzerwärmend, das nehme ich gern an – und eine Spende für die, denen es schlechter geht, kann ich mir auch leisten.

  4. @Michael @Lisa @Claudia vielen Dank für eure Sichtweise auf das Sternsingen.

    @Michael ich kann vieles von dem verstehen was Sie schreiben und natürlich muss man vor Ort helfen. Ich glaube auch nicht, dass man den Kirchen absprechen kann, dass sie genau dies tun. Wie würde es in Kindergärten, Schulen und Krankenhäusern aussehen, wenn es die Kirchen nicht gäbe und diese auch von Bund, Land und Gemeinde getragen werden müssten? Von Caritas und vielen anderen Einrichtungen ganz zu schweigen.

    Ich finde es übrigens sehr konsequent wenn sie Weihnachten nicht feiern. Für mich ist das viel „besser“ als all die Leute die gar nicht mehr wissen worum es bei Weihnachten eigentlich geht und die es aber folkloristische Veranstaltung gerne mitnehmen.

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