Stolpersteine: Von ausgesetzten Tieren

Eigentlich wollte ich ja nur an die Tankstelle fahren, um ein paar Brötchen zu kaufen und zufälligerweise war ein Sender eingestellt, den ich normalerweise –aufgrund seiner Musikauswahl – eher selten höre. Schade eigentlich, denn die Wortbeiträge von SR3 – der Saarlandwelle,  sind es definitiv wert, Gehör zu finden.

Der Beitrag um den es ging, war so spannend, dass ich geschlagene 20 Minuten im Auto sitzen geblieben bin, um nur ja kein Wort zu verpassen. Das Thema: ausgesetzte Tiere. Beschäftigt habe ich mich mit dem Thema noch nie, zumindest nicht über das hinaus, was man so am Rande mitbekommt, von wegen: besonders schlimm zur Ferienzeit. Die Dimension die das Ganze hat, war mir aber vollkommen fremd. 200.000 Tiere PRO JAHR in Deutschland und in Frankreich. Das kann doch nicht sein, oder? Und welche Grausamkeiten Menschen begehen, damit der gechippte oder tätowierte Hund nicht zu ihnen zurückverfolgt werden kann. Ich hätte es nicht für möglich gehalten.

Wir haben zurzeit 2 Hunde, Betty und Paul. Betty haben wir vor 9 Jahren im Tierheim Dillingen gefunden. Und auch wenn sie alles andere als eine Schönheit war, so war es doch Liebe auf den ersten Blick und nach ein paar Tagen gemeinsamen Spazierengehen, haben wir sie mit nach Hause genommen und es bis heute nicht bereut. 2007 kam dann Paul dazu, auch er hatte, obwohl noch Welpe, schon ein nicht so schönes Schicksal hinter sich.

Betty im Tierheim Juni 2002

Betty und Paul 2009

Für uns sind unsere Hunde Teil der Familie. Sie wegzugeben könnte ich mir nur in der allergrößten Not vorstellen und wenn, dann würde ich mich doch darum kümmern, dass sie in gute Hände kommen. Aber anscheinend haben Hunde und Katzen schon Glück, wenn sie ihr Besitzer noch im Tierheim abgibt, statt sie zu verstümmeln und in Containern zu entsorgen.

Den sehr hörenswerten Beitrag von SR 3 findet ihr hier: Wenn Tiere wie Müll behandelt werden.

Und an alle, die jetzt kommentieren wollen, dass es Menschen gibt, denen es viel schlimmer geht und dass es noch ganz anderes Elend auf der Welt gibt. Ja stimmt, und dennoch ist es wichtig, auf das Elend hinzuweisen, das einem gerade begegnet und das einen bewegt. Und bei dem man durch ein bißchen Sensibilisierung vielleicht schon viel erreichen kann.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Was da Jahr für Jahr passiert, ist einfach nur eine riesengroße Schweinerei und regt mich wahnsinnig auf. Hut ab deshalb nicht nur vor den vielen Helfern in den Tierheimen, die sich um die ausgesetzten und hilflosen Tierchen kümmern, sondern auch vor den Menschen, die private Auffangstationen eingerichtet haben und die gefundenen Tiere so lange aufpäppeln, bis sich ein neuer Besitzer gefunden hat. Meine Katze habe ich auch von einer solchen Station. Sie war gerade mal ein paar Tage alt, als sie auf einem Rastplatz im Saarland gefunden wurde. In einem Karton und mutterseelenallein…

  2. Das stimmt, die Menschen die sich ehrenamtlich darum kümmern und ihre Zeit und viel Geld investieren um diesen Tieren zu helfen, ob im Tierheim oder mit einer privaten Initiative sind echt zu bewundern.
    Meine Schwester hat ihre Katze damals auch von der Strasse aufgelesen…

  3. Und die Katze, die wir damals auf der Straße aufgelesen habe, bereitet uns jeden Tag so viel Freude; Charlie ist definitiv ein absoluter Hauptgewinn und wir sind froh, dass sie uns „gefunden“ hat.

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