Google+: Störe meine Kreise nicht

Die Nerds dieser Welt haben eine neue Spielwiese. Google+ erschien diese Woche am Horizont. Zuerst erscheint ein schwarzer Balken auf der Startseite der Suchmaschine und kurz darauf surren die Social Media Kanäle von: „Haste mal ne Einladung“. Ganz klar, einfach so anmelden zu Googles Angriff auf Facebook war nicht drin. So richtig spannend wird es ja erst, wenn nur ein erlauchter Kreis von Eingeladenen das Ganze testen darf und die eigene Wichtigkeit durch das Verteilen von Einladungen demonstrieren kann. Nachdem ich von den letzten Mega Einführungen von Google: Wave und Buzz, total enttäuscht war und sie irgendwann auch von der Bildfläche verschwanden, war meine erste Reaktion:

Nach diesem Tweet hat es noch genau 3 Stunden gedauert und ich konnte der Einladung zu Google+ nicht widerstehen. Und was ich sah, hat mich komplett begeistert. Coole Optik (ein aufgeräumtes Facebook), unglaublich schnelle, nahtlose Bedienbarkeit und weiche Übergänge. Nur mit der Barrierefreiheit ist es wohl nicht sehr weit her, wie man im Blog: Blind-PR von Heiko Kunert nachlesen kann.

Der absolute Hammer bei Google+ sind aber die Kreise bzw. die Circles. Die Menschen die man in diesem Netzwerk added, kann man wunderbar in Circles einsortieren. Keine umständlichen Listen wie bei Facebook, sondern gut animierte Kreise, von denen man so viele erstellen kann, wie man möchte und bei denen der Eingeordnete nicht sieht, in welchem Circle er steckt. Bei allem was man via Google+ teilen will, kann man entscheiden, welchen Circles man diese Info zukommen lassen möchte, also nur engen Freunden oder der Familie oder Allen. Im Gegensatz zu Facebook kann man jedem folgen (wie bei Twitter) und muss sich das nicht erst wie bei Facebook bestätigen lassen.

 

Und natürlich gibt es den ganzen SchnickSchnack den es bei Facebook auch gibt. Fotos einstellen, kommentieren, teilen und liken, nur dass das hier nicht liken sondern plusen heißt. Einen super Überblick könnt ihr bei Spreeblick: Erste Eindrücke und Tipps: Google+ finden.

Meine Meinung zu dem neuen Netzwerk kam dann auch nach den ersten Versuchen ganz schnell ins Wanken:

Google+ hat in meinen Augen das Potential Facebook vom Thron zu stossen. Warum das so ist, könnt ihr bei  t3n: 10 Gründe, warum Google+ gegen Facebook gewinnt und bei Netzwertig: SPÄTE QUITTUNG FÜR FACEBOOK: Wenn man Nutzer zu oft vor den Kopf stößt nachlesen.

Und jetzt kommt das große Aber. All diejenigen, die jetzt so übermäßig begeistert davon sind, dass Facebook hier in seine Schranken gewiesen wird und wie toll und genial Google+ ist. Bitte vergesst doch nicht, wer die Gründer dieses Netzwerks sind. Die guten Menschen von Google. Ehrlich gesagt fühle ich mich bzgl. Datenschutz und Auswertung meiner Daten da noch unsicherer als bei Facebook. Denn das Netzwerk ist ja schon so angelegt, dass es alles verknüpft: Suchmaschine, Maildienste und jetzt auch noch das eigene Netzwerk. Die Möglichkeiten die das bietet, sind unendlich. Dazu passt diese Infografik von  @DerBulo :

Infografik: @DerBulo

Einen sehr guten Artikel dazu findet man auch bei Stefan Pfeifer:  MÖGE DIE MACHT IN DEN SOZIALEN MEDIEN VERTEILT SEIN – GEDANKEN NACH ODER VOR GOOGLE+ . Und wie man seine Daten bei Google+ schützt, dazu hat Bianca alias @chiliconcharme gebloggt: How-To: So schützt Du Deine Daten bei Google+.

Zum Schluss noch ein Screenshot für die, die NOCH nicht bei Google+ sind, denn wie heißt es so schön: Irgendwann kriegen wie sie alle. Und im Fall von Google+ wird es wohl so kommen. Gute Nacht Facebook.

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10 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Du schreibst: „Ehrlich gesagt fühle ich mich bzgl. Datenschutz und Auswertung meiner Daten da [bei Google+] noch unsicherer als bei Facebook.“

    Ich mach mir bei Google weniger Sorgen um meine Daten als bei Facebook. Googles Geschäftsmodell ist Werbung. Google sagt: Anbieter von Produkt X, ich habe eine Zielgruppe, die ich kenne und die Interesse an Deinem Produkt haben könnte. Gib mir Geld, dann blende ich denen Werbung von Dir ein.

    Und bei Facebook? Die Gefahr, dass Facebook Geld damit machen will, in dem Sie einfach mal so einen Datensatz an jemand anderes verkaufen könnten, sehe ich dort als viel größer an.

    Gegen personalisierte Werbung habe ich nichts; mir ist Werbung, die mich interessieren könnte, zehnmal lieber als die x-te Viagra-Mail. Aber dass meine Daten weitergegeben werden, dagegen hab ich was. Definitiv.

  2. Yo, G+ ist in vielerlei Hinsicht das, was Facebook sein möchte: ein einfach zu bedienendes Netzwerk, dass Menschen zusammenbringt, ohne sie zu zwingen. Es ist kein Wunder, dass wir eine Reihe von Kinderkrankheiten [wohl mehr Befindlichkeitsstörungen] finden, immerhin is G+ in einer öffentlichen Beta, eben um zu hören, was denn nicht so richtig läuft.

    Ich denke, Google wird mit der Zeit auch noch eine für sehbehinderte Menschen geeignete Version entwickeln, allerdings gibt es einen Zielkonflikt zwischen ‚visuell überzeugend, intuitiv bedienbar‘ und ‚barrierefrei‘. Dafür muss eine Lösung gefunden werden.

    Was meine Daten angeht, vertraue ich Google erheblich mehr als Facebook. Bisher hat FB vor allem bewiesen, dass sie sich wenig für die Benutzer interessieren, nur dafür, wie sie direkt mit den Daten Geld machen können. Google hingegen lebt von vorne bis hinten nicht von den Daten an sich, sondern vom Vertrauen, das der Firma entgegen gebracht wird. Tatsächlich hat Google meist sehr schnell reagiert, wenn es vorgebliche Datenschutzprobleme gab oder Lecks entdeckt wurden.*

    Google Wave hat bewiesen, dass selbst Avantgarde nicht auf jeden Zug aufspringen, die recht schnelle Begeisterung für G+ rührt nicht zuletzt daher, dass auch [oder gerade?] intelligente Menschen, selbst nach Monaten und Jahren FB nicht verstehen. G+ ist so einfach wie Twitter ohne dessen Beschränkungen, dazu kommt die Idee der Freundeskreise, die vage an FB erinnert, aber realistischer und simpler implementiert ist.

    Bereits jetzt ist die Integration einiger Google Services recht gut gelungen, wer ein Android-Gerät besitzt, freut sich richtig, wie einfach z.B. der Upload von Bildern läuft. Und dann gibt es halt noch dieses Google Takeout, wenn man sich von Google trennen möchte, aber seine Daten nicht verlieren.

    Jeff Jarvis hat schon recht, nicht die Technik, der Mensch bestimmt, was er mit seinen Daten tut. Wer etwas über die Finger oder den Mund aus seinem Kopf heraus lässt, hat danach keinen Einfluss mehr darauf, wie es verbreitet wird.

    *Natürlich bedeutet das nicht, dass Google sich immer und überall den völlig überzogenen Paranoiaszenarien vornehmlich deutscher Funktionäre [und einiger nicht-Anwender] beugt. Zum Glück, oder wir könnten alle nur noch mit lokalen Daten arbeiten.

  3. Man glaubt es ja kaum, aber auch „ältere Semester“ interessieren sich für social media. Nach Twitter kam für mich ein Versuch auf facebook – keine Plattform für mich! google+ dagegen spricht mich optisch sofort an, ich hab’s nicht ausprobiert, aber es interessiert mich. Und von der Sicherheit her: da kann ich keinem der Dreien wirklich trauen – man muss einfach selbst vorsichtig und besonnen damit arbeiten.

  4. Was Du bist dir bei Google unsicherer was mit deinen Daten passiert als bei FB? Solche Einschätzungen wundern mich immer wieder.

    Bei Google ist es doch ganz klar: sie werten deine Daten und dein Netzwerk werk aus, um Dir möglichst „passende“ Werbung zu zeigen.

    Bei FB? Denen bleibt eigentlich nur übrig, Deine Daten zu verkaufen, um ordentlich Geld zu verdienen

    Vom Geschäftsmodell kann ich Google einfach besser glauben, dass sie es nicht nötig haben, können meine Daten zu verscherbeln…

  5. Respekt an Google!! Sie haben sich einfach zurückgehalten und beobachtet was Facebook macht. Jetzt kommen sie mit ihrem Produkt raus, das fast ausseht wie Facebook, nur ohne die Fehler von Facebook.

    Nach dem Motto:“ wenn du das Rad nicht erfinden kannst, mach es nach, aber besser… „

  6. Wow, ich bin vollkommen platt, wie sehr die meisten der hier kommentierenden davon ausgehen, dass der Spruch „we do no evil“ wirklich durch und durch gelebt wird. Einer Firma die Mails scant und danach die Werbung ausrichtet, die ihre Suchmaschine nach meinem Profil „optimiert“ statt mir die gleichen Ergebnisse vorzusetzen wie jedem anderen, eine Firma die in China die Suchergebnisse zensiert s. Spiegel Artikel http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,397285,00.html, und eine Beteiligung an einem Unternehmen (23andme) hält, das sich mit DNA Analysen beschäftigt, einem solchen Unternehmen gegenüber bin ich aufmerksam. Sorry, ihr könnt mich paranoid nennen, ich finde diese vollkommen unkritische Herangehensweise an einen der mächtigsten Konzerne der Welt einfach nur gnadenlos naiv. Dennoch werde ich ihre Dienste weiter nutzen und mich an meine selbst gesetzten Spielregeln im Netz halten: Veröffentliche nur das, was du auch auf der Titelseite des Handelsblatts über dich lesen könntest ohne dich in Grund und Boden zu schämen.

  7. Liebe Andrea, das siehst du jetzt falsch. Klar ist es nicht OK, das sie deine eMails filtern, wer sagt aber das es nicht Yahoo, Freenet und anderen nicht auch machen. Nur weil wir es nicht wissen, bedeutet noch nicht das es nicht passiert. 🙂

  8. Oh, Jürgen, ich würde nicht beurteilen wollen, ob das jetzt wirklich *falsch* oder etwa *richtig* ist, was Andrea so sieht… ich schätze jedenfalls ihre kritischen Ansatzpunkte und ihre *Paranoia* (zitiert!) die mich daran erinnert, einfach mal vorsichtig zu sein. 🙂

  9. @Andrea @Indivisuell Liebe Damen 🙂 Sorry, ich wollte euch nicht beleidigen.

    Es stimmt schon, man soll vorsichtig sein. Viele haben es ja auch genützt um andere einzuladen und sich anschließend als „kleine Helden“ aufzuspielen, andere nützen es wie schon Facebook und Twitter als Linkschleuder,

  10. Pingback: Google+: der Bloggerspiegel » Internet, Kommunikation » HappyBuddha

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