Voll daneben: Wortspiele bei Web.de

Manchmal verschlägt es einem wirklich für ein paar Sekunden den Atem. Da ruft man Web.de auf, um seine Mails zu checken und dann macht einen die Headline: „Sommer(loch)mädchen gesucht“ für einen Moment wirklich sprachlos. Meine erste Reaktion auf Twitter fiel dann auch entsprechend aus.

Im ersten Moment dachte ich wirklich, Pro 7 hätte seine Sendung allen Ernstes so genannt, aber es war nur „Web.de“ die sich in der Wortwahl vergriffen hatten (danke an @sucomores für den Hinweis).

Reißerische Aufmacher für sensationslüsterne Meldungen bin ich bei Web jetzt wirklich gewöhnt, aber diese Wortwahl, die ist unterirdisch. Achtet eigentlich heute irgendein Click-versessenes Portal noch in irgendeiner Weise darauf, wie es mit Sprache umgeht? Oder macht sich Gedanken darum, dass es Menschen in ihrer Würde herabsetzt in dem es sie als Sommerloch-Mädchen herabwürdigt?

Zufällig habe ich heute eine sehr gute Folge des SWR2 Leben Podcasts gehört mit dem Titel: „Die rosa Welt des neuen Sexismus“. Solltet ihr euch auch unbedingt anhören.

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Von den meisten Männern und vielen Frauen wird das Aussehen von Frauen mit ihrer Glaubwürdigkeit gekoppelt. Eine häßliche Frau scheint einer Mehrheit weniger glaubwürdig als eine schöne. Deshalb ist es ungeheuer wichtig, in Berichten über Wissenschaftlerinnen noch ein paar Bemerkungen über ihr umwerfendes Aussehen einzuflechten, und zwar ganz am Anfang, ehe es um die Wissenschaft geht.
    Dank für den Link; ich habe mir die Sendung eben angehört. Ein erschreckendes Detail: Von den B.r.a.zz-Püppchen, die Frau Strobl erwähnt, wußte ich noch gar nichts; ich habe danach gegoogelt und bin ehrlich entsetzt. Mir kommt das vor, als ob man kleine Mädchen für die Arbeit im Puff abrichtet.

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