Gründonnerstag 2012

 

Chapel of Christ the Servant, Coventry Cathedral

Jetzt sind wir mitten drin in der Heiligen Woche, der Karwoche. Und im Gegensatz zur Weihnachtszeit die gnadenlos annektiert wurde und bis zum äußersten Kitsch entstellt und ihres tiefen Sinns oftmals beraubt, kann man als Christ die Karwoche viel tiefer erfahren, ohne sich aus der Welt verabschieden zu müssen. Wollte man dem Weihnachtskitsch entfliehen, man dürfte seine 4 Wände nicht mehr verlassen und müsste den meisten Medien entsagen. In der Osterzeit fällt dies viel leichter.

In den Wochen der Fastenzeit hat mich das Exerzitienbuch des Bistums Trier begleitet. „Ins Leben“ hieß das Pilgerbuch, das einen Impuls setzen wollte zur geistlichen Vorbereitung auf die Heilig Rock Wallfahrt.

…. ins Leben – das Erlösungshandeln Gottes ganz konkret im eigenen Leben erfahren, das war die Aufgabe, der man sich täglich stellen sollte. Jeden Tag gab es eine ausgewählte Bibelstelle und eine Erläuterung dazu, wie der Text verstanden werden kann bzw. was man am Text bedenken könnte. Täglich wurde die Brücke geschlagen zwischen Bibeltexten und wie sie ganz konkret im Heute das eigene Leben berühren, was sie uns heute zu sagen haben, wie Gott heute durch sie zu uns spricht. Jeder Tag bot Gelegenheit mit Jesus ins Gespräch zu kommen, das eigene Gottesverständnis zu reflektieren und den Glauben zu überprüfen. Mit nur wenigen Sätzen pro Tag gelang es den Autorinnen und Autoren dieses Exerzitienbuches, die Menschen, die sich darauf einliessen, im Inneren zu berühren und die Texte, Gedanken und Gebete am Tag widerhallen zu lassen.

An dieser Stelle möchte ich mich ganz herzlich bei dem Team bedanken, das für dieses außergewöhnliche Exerzitienbuch verantwortlich ist: bei Monika Bauer Stutz, Gemeindereferentin; Monsignore Helmut Gammel, Pfarrer; Martin Jordan, evang. Pfarrer; Ingrid Müller, Pastoralreferentin; Kordula Wilhelm-Boos, Pastoralreferentin.

Gut getan haben auch die wöchentlichen Treffen mit unserer Exerzitiengruppe, bei der wir uns über unsere Erfahrungen ausgetauscht haben und durch den Blick der Anderen, den eigenen erweitern. Danke an Katja von Bünau, die es ermöglicht hat, dass diese schöne Tradition fortgeführt wird.

Die Exerzitien endeten am Samstag vor Palmsonntag. Und auch wenn die Auferstehung in den Texten schon vorweggenommen wurde, kehren meine Gedanken jetzt in der Karwoche zu den entsprechenden Fragen zurück.

Heute zu der Erklärung, die zum Gründonnerstagsgeschehen gegeben wurde:

„Während des Mahls steht Jesus auf und wäscht den Seinen die Füße. So erhält das Zeichen der Gastfreundschaft eine neue Bedeutung. Die Fußwaschung ist ein Zeichen unbedingter Zuwendung: Jesus wäscht allen Dreck des Lebens weg. Zugleich ist es eine zarte, intime Berührung. Ein „Dennoch“ der Liebe.

Mit solcher Zuwendung will Gott auch mir begegnen.

Was löst der Gedanke in mir aus, dass Jesus mir die Füße wäscht?

Kann ich das an mir geschehen lassen?“

Mit dieser Frage möchte ich die Leserinnen und Leser meines Blogs nun am Gründonnerstag alleine lassen. Und mit dem tröstlichen Satz:

Die Fußwaschung ist ein Zeichen unbedingter Zuwendung: Jesus wäscht allen Dreck des Lebens weg.

 

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