Karfreitag – schafft die christlichen Feiertage ab

Leute, es ist Karfreitag. Der Tag an dem nach dem Glauben der christlichen Welt im Jahr 33 n. Chr. Jesus von den Römern umgebracht wurde und in der Sonntagnacht darauf wieder auferstanden ist. Das ist der Kern unserer Religion. Das ist das, was ich glaube und womit ich immer wieder ringe.
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Wenn es nach mir geht, müsst ihr das weder glauben, noch euer Leben danach ausrichten. Ihr müsst mit mir auch nicht über Tanzverbote und ähnliches sprechen. Ich „brauche“ die nicht.
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Ich könnte mir sogar sehr gut vorstellen, dass alle christlichen Feiertage abgeschafft werden. Für – keine Ahnung – gefühlte 90 % der Deutschen sind es doch nur freie Tage. Ohne Sinn außer ausschlafen und Freizeitprogramm. Ist ja auch ok. Euer Ding. Aber dann lasst uns das Kind doch auch beim richtigen Namen nennen.
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Sollen Staat, Arbeitnehmerverbände und Gewerkschaften festlegen, wieviele Feiertage es im Jahr noch geben soll und bitte bundesländerübergreifend, damit die Saarländer und Bayern gleichziehen mit den armen Norddeutschen, die wesentlich weniger freie Tage haben, da überwiegend protestantisch.
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Diese Feiertage könnten dann via Bürgerbefragung benannt werden. Das frühere Christi Himmelfahrt hieße dann konsequenterweise Vatertag oder  auch „Tag des Bollerwagens mit Bierausschank“. Oder macht es wie die Engländer, legt alle Feiertage auf Montag und nennt sie Bankfeiertag.
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Menschen denen Christi Himmelfahrt und andere kirchliche Feiertage wichtig sind, die werden es an diesem Tag trotzdem wissen. Und in die Messe gehen, wenn es ihnen denn wirklich etwas bedeutet. Und um 15 Uhr am Karfreitag innehalten und des Leidens Christi gedenken.
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Aber wisst ihr was dann los ist? Wenn die kirchlichen Feiertage abgeschafft werden würden?  Dann gäbe es ganz sicher einen Aufschrei all derjenigen, denen unser christliches Abendland so viel wert ist. Ist ja egal, dass sie sich in den letzten Jahrzehnten einen Dreck um diesen christlichen Glauben geschert haben. Eine Kirche nur von innen gesehen haben, wenn es um eine kirchliche Trauung oder um ein christliches Begräbnis ging. Die dann weder die Routinen kannten, noch die Lieder und manchmal noch nicht einmal die Gebete.
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Nicht falsch verstehen. Das ist auch vollkommen ok (auch wenn ich persönlich es traurig finde). Was mich ärgert, wenn sich Leute aus diesem Personenkreis dann aufschwingen und etwas verteidigen, was sie selbst weder kennen, noch schätzen, noch Platz in ihrem Leben einräumen.
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So kommt es nämlich auch, dass schon mal was verteidigt wird, was mit dem christlichen Osterfest nichts zu tun hat, wie der Osterhase. Wenn auf einem Rewe Kassenbon ein Lindt Osterhase als Traditionshase ausgewiesen wird, dann sind anscheinend auch christliche Werte in Gefahr. Nur leider, leider ihr lieben „Religionsverteidiger“, der Osterhase ist zwar ein Symbol, aber für das weltliche Ostern, nicht für das christliche. Und warum der Osterhase schon lange vor der Aufnahme der Flüchtenden Traditionshase hieß, das könnt ihr bei mimikama nachlesen.
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Kreuzabnahme Jesus Karfreitag

Pieta in St Sebastian Eppelborn

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Ich wäre froh, wenn mir am Karfreitag niemand einen „fröhlichen Karfreitag“ wünscht und „frohe Ostern“ erst am Ostermorgen. Denn für mich ist heute Karfreitag, der traurigste Tag im Jahr, der Tag, an dem ich vielleicht am meisten über meinen eigenen Glauben nachdenke.
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Und vor Ostern liegt immer noch die Grabesruhe des Karsamstag.
 

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2 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich unterstütze den Vorschlag, die christlichen Feiertage abzuschaffen, würde ihn aber nicht durch zusätzliche weltliche Feiertage versüßen. Es gibt dann eben den 1. Mai, den 3. Oktober und den Neujahrstag. Reicht doch!

  2. Allerhand! Ich weiß zwar nicht, wer Sie sind, die das oben geschrieben hat, aber Sie haben mir aus dem Herzen gesprochen. Jeder Satz ist Klasse! Bis zum Schluß: Erst am Sonntag bitte frohe Ostern wünschen! Der ganze Text ist wunderbar!

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