Der Türhüter deines Herzens

Diesen Gedanke des Wüstenvaters Evagrius Ponticus sollte man in Stein meisseln oder noch besser jedes Grundschulkind lehren. Wie schön wäre es doch, wenn wir diese simple Weisheit wirklich be-herzigen könnten

Sei ein Türhüter deines Herzens und lass keinen Gedanken ohne Befragung herein. Befrage einen jeden Gedanken einzeln und sprich zu ihm: ‚Bist du einer der Unseren oder einer unserer Gegner?‘ Und wenn er zum Hause gehört, wird er dich mit Frieden erfüllen. Wenn er aber des Feindes ist, wird er dich durch Zorn verwirren oder durch eine Begierde erregen.“

Danke an Pater Bruno Brantschen SJ, der uns diesen Gedanken während der Schweigeexerzitien mit auf den Weg gegeben hat.

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3 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Leider lassen sich manche unschönen Gedanken keinesfalls leicht herauskomplimentieren; sie kommen ins Herz getrampelt, machen sich breit, rauchen und grölen dummes Zeug, und wenn man ihnen dann endlich die Meinung sagt, berufen sie sich auf Verwandtschaftspflichten. Schafft man es endlich wirklich, sie herauszuschmeißen, sind die guten und schönen Gedanken völlig verschreckt und schweigen betreten.

  2. Diese „simple Wahrheit“ ist tatsächlich ein Aufruf zur Intoleranz wie sie religiösen Eiferern eigen ist. Natürlich ist es richtig nur das Gute anzunehmen und vielleicht hat Evagrius Ponticus das auch so gemeint, aber Sätze wie diese sind es, die religiöse Fanatiker hervorbringen. Denn wenn ich die Gedanken meiner Gegner nicht beherzigen soll, dann ist es doch besser Andersdenkenden gar nicht erst zuzuhören oder noch besser, ich erschlage solche Leute bevor sie mich verderben können.
    Ich bin erstaunt, dass ausgerechnet ein Jesuit einen solchen Satz aussucht.

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    Glaube darf nicht bedeuten das Hirn abzuschalten

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