4 Hotels in 7 Tagen

In der letzten Woche war ich sehr viel unterwegs. Mein nagelneues Auto hatte innerhalb von 10 Tagen 2.500 km auf dem Tacho und ich habe nebenbei 4 neue Hotels kennengelernt. 2 davon waren Empfehlungen über Facebook und Twitter, 2 habe ich mir über Tripadvisor rausgesucht.

Nummer 1: Das Kameha Grand in Bonn

Wirklich ein großes Hotel, wie es der Name verspricht. Sehr stylish, sehr außergewöhnlich, sehr schön. Den Bar-/Loungebereich habe ich nur im Vorbeigehen bestaunt und bin nach der Anmeldung direkt ins Zimmer.

Der Flur war, wie die Saarländer so schön sagen: mo ebbes anneres – mal etwas anderes. Was übersetzt heißt – vollkommen ungewohnt und eigentlich eher schauerlich. Wobei, ganz entschieden habe ich mich noch nicht, ob schön oder schauerlich.

Das Zimmer dann in dezenten Farben und sehr harmonisch eingerichtet. Das Bad ein echter Hingucker und auch der Blick aus dem (nicht zu öffnenden) Fenster sehr schön gestaltet.

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An Einrichtung und Bett gibt es nichts zu mäkeln. Gute Matratze, 2. Kissen, Bademantel, flauschige Handtücher, eine eigene Kaffeemaschine und neben dem Bett ein Kondom. Das habe ich ehrlich gesagt zum 1. Mal in einem Hotel gesehen.

Was mich allerdings geärgert hat war die Preisgestaltung. 100 € ist für die Größe und Einrichtung von Zimmer und Bad wirklich ok. Aber die Rechnung kommt am Schluss. Dass das Zimmer ohne Frühstück ist, erfährt man zwar bei der Buchung, was das Frühstück allerdings kosten soll, das habe ich nirgends gefunden. Später war mir dann auch klar warum. 32 € sollte es kosten. Und wie man den Bewertungen entnehmen kann, erhält man dafür ein eher durchschnittliches Frühstück, aber das kann ich nicht beurteilen, da ich so gut wie nie frühstücke und zum Preis eines Abendessens das Ganze auch nicht ausprobieren wollte.

Beurteilen kann ich den horrenden Preis des kleinsten Cappuccino den ich je serviert bekam: 4,50 €. Nachdem ich dann  für 11 Stunden parken 18 € bezahlt habe, war mir klar, hier war ich einmal und nie wieder. Warum nicht gleich eine transparente Preispolitik. So fühlte ich mich verschaukelt.

 

Zimmer Nr 2: Lago, Ulm

Unser Kennenlernen stand unter keinem guten Stern. Das Navi hatte größte Probleme und wollte mich immer wieder auf Straßenbahnschienen schicken. Vollkommen entnervt rief ich im Hotel an und aus der Professionalität, mit der auf meine Aussage, dass ich sie nicht finden würde, geantwortet wurde, schloss ich messerscharf, dass ich ganz sicher nicht die Erste war, der das passierte.

Der große (und kostenlose) Parkplatz versöhnte mich dann schon etwas und als ich total durchnässt in die warme, weitläufige und schön eingerichtete Empfangshalle kam, besserte sich meine Laune auf einen Schlag.

Der zweite große Pluspunkt war der  herzliche Empfang an der Rezeption, der sich wohltuend von der sonst oft  aufgesetzt professionellen Freundlichkeit unterschied.  Dass ich dann auch noch ohne überhaupt nachzufragen, das Passwort fürs kostenfreie Wlan mit dem Zimmerschlüssel bekam, überraschte mich auch sehr positiv.

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Pluspunkt Nr. 3 –  das Zimmer: sehr hell, schön eingerichtet und mit Blick auf den „See“. 2 Flaschen Wasser und eine Flasche Bier in der Minibar zum kostenlosen Verzehr, neben dem Bett 2 Äpfel. Das Bad topmodern, gut eingerichtet und sehr funktional. Einen Bademantel gab es auch. Und dann der Clou. Neben der Nachtischlampe entdeckte ich in der  Wand eingelassen eine  kleine Spieluhr die „Guten Abend, gut Nacht“ spielte.

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Bevor mich die Spieluhr aber in den Schlaf wiegen konnte,  genehmigte ich mir noch  einen kleinen Snack an der Bar. Sehr freundlicher Service dort, kleine aber ausgefallene Karte und jetzt kommt’s: die leckerste Limonade, die ich in meinem Leben je getrunken habe. Irgendwas mit Himbeer, Holunderblüten und Ginger Ale. Großartig.

Im Lago würde ich sehr gerne nochmal übernachten

Tipp 1: Fragt nach einem Zimmer mit Seeblick. Aber auch ohne: Bei diesem perfekten Preisleistungsverhältnis kann da nichts schief gehen.

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Tipp 2: Gebt ins Navi einfach die Messe ein, das Hotel ist direkt nebenan und nicht zu übersehen.

In der Woche drauf fuhr ich nach München. Da ich nicht ganz so früh am nächsten Morgen dort sein musste, bin ich am Vorabend nur bis Augsburg gefahren.

Zimmer Nr. 3: Arthotel Ana

Vorab: für 69 € erwarte ich nicht viel. Und an Freundlichkeit hat es auch nicht gemangelt und die Zimmer sind auch ok. Aber irgendwie wirkt alles wie „gewollt und nicht gekonnt“. Wenn man auf seiner Seite schon ankündigt: Edle Materialien treffen auf modernen Lifestyle, dann sollte irgendwas davon schon stimmen. Weder waren die Materialien edel, noch war wirklich was von Lifestyle zu erkennen. Ein Sammelsurium von Pseudo Kunstgegenständen. Bilder die in den 80ern, aus denen sie wohl stammen, schon nicht als schön durchgegangen wären und ein Bad, das zwar nicht klein war, aber über keine Ablageflächen verfügte und bei dem die Dusche nicht groß genug war, um sich darin auch abzutrocknen.

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By the way, eine Seife die Tricky Ricky heißt erwarte ich in einem anderen Etablissement als in einem Arthotel.

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Wlan ist etwas sehr feines, und oft nur gegen Aufpreis zu erhalten, aber auch wenn es kostenfrei ist wie hier im Arthotel, so sollte es doch wenigstens so ausgelegt sein, dass das Öffnen einer Seite nicht bis zu 15 Minuten dauert. Ich habe irgendwann komplett entnervt aufgegeben.

Auch eher unschön – der Boden knarrte abscheulich beim darüber gehen und als ich dann am nächsten Morgen noch meinen Ausblick bewunderte, den auf den Friedhof, da stand auch hier das Urteil fest: einmal und nie wieder.

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Aber den Pluspunkt möchte ich auch hier nicht verschweigen: die jungen Frauen an der Rezeption waren ausgesprochen freundlich, zuvorkommend und höflich.

Weiter ging es nach München. Auch dort hatte ich ein (vor allem für Münchner Verhältnisse) günstigeres Hotel gebucht, das

 Hotel Nr. 4: Ibis Style München Ost

Auch hier ist der Parkplatz nicht im Zimmerpreis inbegriffen, mit 15 € für den Tag aber deutlich günstiger als die 18 € für 11 h in Bonn. Glücklicherweise war es aber gar kein Problem an der Strasse zu parken, so dass zu den 79 € Übernachtungskosten (inkl. Frühstück) keine weiteren Kosten mehr dazukamen. Konnten auch nicht dazukommen, denn eine Minibar (oder auch nur einen leeren Kühlschrank) sucht man im Zimmer vergebens, dafür entschädigt aber alles andere.

Vom witzigen Teppich in Holzoptik auf dem Flur, dem Bett, das von Wolken umrahmt ist und den bayrischen Kissen auf dem Bett, bis hin zum eigenen kleinen Arbeitszimmer ist alles durchdacht, stylish und harmonisch aufeinander abgestimmt.

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Und das kleine Arbeitszimmer hat es mir echt angetan. Eine richtig große Ablage an der man locker mit 2 Leuten arbeiten könnte, ausreichend Steckdosen und durch die großen Fenster tagsüber sehr viel Tageslicht und abends über die Lampen auch angemessen ausgeleuchtet.

Das Badezimmer ist groß und funktional und die Dusche riesig.

Im Zimmerpreis ist das Frühstück enthalten und auch das kann sich sehen lassen. Kaffeespezialitäten aus einem Vollautomaten. Bagels zum selbertoasten und ein leckrer Smoothie sind die Sachen die mir besonders positiv zu üblichen Frühstücksbuffets aufgefallen sind.

Und auch hier sind die Mitarbeiter ausgesprochen freundlich und hilfsbereit.

Ein großer Pluspunkt für mich war, dass in ein paar hundert Metern Entfernung ein kleiner Park mit See ist, so dass ich Laufklamotten nicht umsonst mitgeschleppt habe.

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Auch hier würde ich durchaus nochmal übernachten und wenn ich in anderen Großstädten unterwegs bin, werde ich sicher nach einem Ibisstyle Ausschau halten.

Jetzt bin ich schon sehr gespannt auf das nächstes Hotel, das auf mich wartet. Im März geht es zur Internorga nach HH. Wie es bei der Superbude war, darüber berichte ich dann in 3 Wochen.

 

 

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5 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Zu 1. So teuer und dann eine so unattraktive Lage? Das ist ja meilenweit vom Zentrum entfernt. Gut, die Rheinauen in der Nähe – aber nur der kleinere, rechtsrheinische Teil.

    Zu 4. Ibis ist halt eine Kette – mit drei verschiedenen Varianten. Mit ’styles‘ hatte ich noch keine Erfahrungen. Mit ‚Budget‘ wohl, und die waren dann schlecht. Und in der Mitte liegen die Ibisse ohne Zusatz. Die sind okay, Preis/Leistung stimmt. Nur das Frühstück ist zu teuer.

    • Hallo Theomix,

      zu 1. teuer ja, aber für das was geboten wird schon angemessen. Und für mich war es von der Lage absolut perfekt, denn der Veranstaltungsort war nur 5 km entfernt.

      zu 2. Ich habe sonst keinen Vergleich, aber von diesem war ich wirklich begeistert.

      Ich starte demnächst zu diesem Thema eine Blogparade. Würde mich freuen, wenn du dabei wärst.

  2. Im Kameha Grand in Bonn bin ich auch schon mal gewesen. Vorher hatte ich von diesem Hotel noch nie etwas gehört, anschließend nur (nicht besonders gute) Kritik. Ich bin ganz froh, dass ich ohne Vorurteile hinfahren konnte, denn mir hat der Aufenthalt dort gut gefallen.
    Allerdings waren wir auch nicht per Direktbuchung, sondern über Tchibo-Reisen dort und haben daher einen im Vergleich sehr günstigen Preis inklusive Frühstücksbuffet gezahlt.
    Den Pool auf der Dachterasse fand ich sehr schön, von oben aus dem Wasser herab auf den Rhein zu gucken hatte schon was.
    Das Frühstücksbuffet war lecker, aber das stimmt schon, nicht wirklich besonders.
    Geparkt haben wir am Straßenrand. Da sind wir lieber ein Stück gelaufen, die Parkgebühren waren uns einfach zu teuer. 🙁

    • Danke, dass du deine Erfahrung mit uns/mir teilst. Da ich abends spät angereist bin und am nächsten Tag zum Foodcamp war keine Chance den Pool zu nutzen. Nach einem Parkplatz am Strassenrand habe ich auch gesucht, aber da war leider alles dicht, so dass ich das Parkhaus nutzen musste.

  3. Hallo liebe Andrea,

    ich kann zum ibisstyle Hotel auch nur Gutes sagen:

    Wir fahren in 2 Wochen zum 3. Mal in Folge übers Wochenende nach Stuttgart mit unserer Mädelstour ins Ibisstyle Hotel (Bad Cannstatt).

    50m von der S-Bahn entfernt, 50 m entfernt von der tollen Therme Bad Canstatt mit schöner Saunalandschaft und für 5 Mädels in der Suite bezahlen wir INSGESAMT 159,- EUR für Übernachtung und Super-Frühstück.
    Und wenn man dort wohnt, gibt es noch einen satten Rabatt für die Therme und Saunalandschaft.

    Außerdem ist ein super leckerer Inder direkt um die Ecke.

    Wir Mädels kommen mit dem Zug an und genießen einfach die kurzen Wege rund ums Hotel und haben ein tolles Entspannungswochenende mit einem Preis-Leistungs-Verhältnis, was besser fast nicht mehr geht :-)))

    LG Simone

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