amazon erfindet den Milchmann neu: amazon dash

Hätte man vor 10 Jahren jemandem erzählt, dass ein einziger Online Buchhändler einmal eine Quasi Monopolstellung für den Verkauf von Büchern erreichen wird, die meisten Menschen hätten ungläubig geschaut. Zu absurd wäre den Menschen der Buchverkauf des Jahres 2014 erschienen.

Hätte man ihnen dann auch noch erzählt, dass dieser Buchhändler zusätzlich auch noch die erste Adresse für Konsumgüter aller Arten sein wird, die ein Gros der Kaufwütigen ansteuert und der von Schrauben bis ganzen Inseln nahezu jedes Produkt anbietet, man wäre vielleicht für verrückt erklärt worden.

Und wenn man sich heute dieses fröhliche Video ansieht, in dem mit naiver Kinderstimme die Geschichte von einer schönen neuen Konsumwelt erzählt wird, dann kommt zumindest mir das Grausen.

Die Idee ist genial. Und ich bin mir sicher und befürchte, sie wird sich durchsetzen. Welche Auswirkungen das auf die Gesellschaft haben wird, auf Unternehmen und auf all die Arbeitsplätze im stationären Handel, wenn amazon auch diesen Bereich der FMCG* an sich reißt, das kann man nur ahnen. Aber auf mich wirkt diese Vision nicht wie ein schöner Traum, sondern eher wie ein Alptraum.

Nicht, weil ich gegen Fortschritt wäre, auch nicht weil ich gegen Konkurrenz bin. Sondern weil  mir eine Welt, in der ich irgendwann einmal die Milch auf der Matte stehen haben werde, bevor ich überhaupt den Wunsch danach geäußert habe, mir Angst macht. Große Angst.

Schaut euch das Video an. Und sagt mir, welche Gedanken es bei euch auslöst.

* Fast Moving Consumer Goods

Nachtrag: das meinst t3n dazu: Möge die Macht mit Dir sein: Amazon stellt „Dash“ vor – das Laserschwert fürs Online-Shopping

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1 Kommentar Schreibe einen Kommentar

  1. So bequem…. und so beängstigend.
    So viele Menschen haben (nicht ohne Grund) Angst, bespitzelt zu werden – und doch sind es nicht selten die gleichen, die ihre (intimsten) Bedürfnisse bedenkenlos mit dem ganz großen Datenkraken teilen und ob der Bequemlichkeit der schönen neuen Welt sogar noch Hurra rufen, wenn jedwede Wäre direkt nach Hause kommt. Egal woher.
    Ich nutze ebenfalls hin und wieder amazon. Ich würde aber viel lieber immer noch bei meinem Buchdealer vor Ort in meiner Gemeinde stöbern. Den gibts aber leider nicht mehr.
    Und trotzdem: Ich glaube, regional kommt wieder. Abwarten. Und selber schonmal anfangen. Beispiele gibts. Manchmal direkt vor der Haustür.
    LG
    Alwin

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