Von einer die auszog: einen Cappuccino zu bestellen

Foto: Maren Martschenko von http://www.zehnbar.de/

Nach einem kleinen, sehr guten Mittagessen, entspann sich der folgende Dialog (wobei der größte Teil davon in meinem Kopf stattfand).

Ort: ein nicht näher bezeichnetes, französisches Restaurant in Saarbrücken

Hauptdarsteller:

  • die Bloggerin himself, im weiteren Verlauf kurz ich genannt.
  • ein jungenhafter Kellner mit Engelsgesicht und Schulmeistermanieren, im weiteren Verlauf auf Kellner reduziert.
  • Nebendarsteller: der Geschäftsführer einer saarländischen Werbeagentur, der seine Kundin lange genug kennt, um solche Ereignisse mit stoischem Gleichmut zu ertragen. Im weiteren Verlauf nur als Zuschauer ohne Textanteil (was für diejenigen unter meinen Lesern, die ihn kennen, vielleicht das Überraschendste an der Erzählung ist).

 

Ich: Frönen Sie auch der Sitte, Kakaopulver auf den Cappuccino zu streuen?

Kellner: Ja natürlich, das gehört sich ja so.

Ich : Ich hätte es aber lieber ohne Kakaopulver (habe nämlich heute meinen: ichfangekeineDiskussionmitfastnochminderjährigenbesserwisserischenKellnernan-Tag)

Kellner: dann ist es ja ein Milchkaffee

An der Stelle habe ich mal ganz kurz durchgeatmet, in Sekundenbruchteilen einen innerlichen Dialog geführt, ob ich dem neunmalklugen Buben erklären soll, dass ein MILCHKAFFEE (ein Café au lait also, da wir uns ja in einem französischen Restaurant befinden) laut Definition, und wenn er gut gemacht ist, ein starker Kaffee ist, der mit einem großen Teil warmer Milch zubereitet und in einer vorgewärmten Tasse serviert wird (so denn alles richtig gemacht wird) und eben nicht zu verwechseln mit der italienischen Kaffeespezialität, die ich gerade bestellt habe (denn ein Cappuccino ist ein Espresso, der mit einer größeren Menge Wasser zubereitet und mit geschäumter Milch versetzt wird). Meinen Bloglesern ist das natürlich bekannt, nur falls das Jungchen mal über diesen Eintrag stolpern sollte, will ich ihn ja nicht dumm sterben lassen.

Nach Abschluss des innerlichen Dialoges habe ich mich dann – sehr untypisch für meine besserwisserische Art- dafür entschieden, Monsieur Neunmalklug, der noch am Anfang seiner Karriere (als Kellner und als Besserwisser) steht, im Dunkeln tappen zu lassen.

Die Krönung kam dann beim Bezahlen. Ich bestelle die Rechnung und wer bekommt sie serviert? Wie selbstverständlich stellt mein kleiner chauvinistischer Kellnerfreund die Rechnung vor meinen männlichen Begleiter.

Junge, Junge, da hat jemand aber nicht nur etwas über die Zubereitung von Kaffee zu lernen.

 

 

 

 

 

 

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

    • Der textlose Geschäftsführer hat natürlich alle in den Schatten gestellt und wahrscheinlich war diese Rumgezicke des Kellners nur ein mühsamer Versuch ein bißchen Aumerksamkeit zu erhaschen….

  1. Ziemlich sonderbar.
    Ich kenne die Frage „Kakaopulver drauf?“, manchmal auch „Möchten Sie Kakaopulver drauf oder Zimt?“
    Dabei ist Berlin nicht für besondere Höflichkeit bekannt. Aber ob er den Cappuccino bepudert haben will oder nicht, entscheidet hier der Kunde.

    • Gefragt wird man ja erst gar nicht. Wenn man die Kakaonote bei seinem Cappuccino nicht mag, muss man schon selbst drauf hinweisen. In ca 55% aller Fälle bekommt man dann auch tatsächlich einen Cappuccino ohne serviert, in den restlichen Fällen kratzt man das Pulver dann runter. Das war eine neue Spielart des Themas….

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