Überraschend: aufrüttelnde Werbung – das Märchen der langen Löffel

Schon lange habe ich keinen Werbespot mehr gesehen, der so aufrüttelnd war. Er basiert auf einem russischen Märchen und wurde für die Caritas Kampagne  “One Human Family, Food for All” – „Eine Familie – Nahrung für alle“ umgesetzt. Es könnte so einfach sein, stünden nicht Machtinteressen und Egoismus dagegen. Hoffentlich bewirkt das Video ein Umdenken in vielen Köpfen, auch hinsichtlich der Behandlung von Flüchtlingen, die zur Zeit wieder Zuflucht in Europa suchen.

Dieses Video ansehen auf YouTube.

 

Und hier das Märchen zum nachlesen:

Ein Rabbi kommt zu Gott: „Herr, ich möchte die Hölle sehen und auch den Himmel.“ – „Nimm Elia als Führer“, spricht der Schöpfer, „er wird dir beides zeigen.“ Der Prophet nimmt den Rabbi bei der Hand.

Er führt ihn in einen großen Raum. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf Aber die Menschen sehen mager aus, blass, elend. Kein Wunder: Ihre Löffel sind zu lang. Sie können sie nicht zum Munde führen.Das herrliche Essen ist nicht zu genießen.

Die beiden gehen hinaus: „Welch seltsamer Raum war das?“ fragt der Rabbi den Propheten. „Die Hölle“, lautet die Antwort.

Sie betreten einen zweiten Raum. Alles genau wie im ersten. Ringsum Menschen mit langen Löffeln. In der Mitte, auf einem Feuer kochend, ein Topf mit einem köstlichen Gericht. Alle schöpfen mit ihren langen Löffeln aus dem Topf.

Aber – ein Unterschied zu dem ersten Raum: Diese Menschen sehen gesund aus, gut genährt, glücklich. „Wie kommt das?“ Der Rabbi schaut genau hin. Da sieht er den Grund: Diese Menschen schieben sich die Löffel gegenseitigin den Mund. Sie geben einander zu essen.

Da weiß der Rabbi, wo er ist.

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4 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Es ist wirklich eine wunderschöne Geschichte, hier in absoluter Konzentration auf das Wesentliche umgesetzt. Danke für den Link!

    Mir gefällt auch die Vertonung meines Lieblingsliedermachers Gerhard Schöne sehr gut. Der ist im Internet leider nur sporadisch zu finden. Der einzige, der „Himmel und Hölle“ auf Youtube veröffentlicht hat, hat die Aussage als eine Aufforderung zu bedingungslosem Grundeinkommen interpretiert, was ich nicht ganz nachvollziehen kann. Aber abgesehen davon: Das Lied spricht für sich selber.

    http://www.youtube.com/watch?v=vEa3Bjgm6SA&list=PLD69B9ABBAC45A808

  2. Das Video unterstreicht, wie wichtig Zusammenarbeit und Gemeinschaft sind – wenn vlt. auch etwas drastisch.

    Zum Thema Hölle: es ist zumindest sehr umstritten ob die Jüdische Religion, insbesondere in der Zeit vor Jesus, überhaupt so etwas wie eine „Hölle“ kannte. Es gibt etliche Hinweise, dass die „Hölle“ eine christliche „Erfindung“ ist, und zumindest im Judentum in der vor-christlichen Zeit als religiöses Konstrukt so gut wie keine Bedeutung hatte.

    • Ich kann leider keine anderen Quellenangaben machen, als die im Text genannten. Wenn Sie eine genauere Angabe haben, trage ich es gerne nach.

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