Wunderschöne Kapelle im Karl Rahner Haus in Freiburg

Letztes Wochenende war ich in Freiburg zum Treffen der sogenannten Blogözese. 30 bloggende Katholiken aus ganz Deutschland waren auf Einladung von Norbert Kebekus vom Referat Medienpastoral der Erdiözese Freiburg und der Katholischen Arbeitsstelle für missionarische Pastoral (KAMP) zusammengekommen, um sich kennenzulernen und ein gemeinsames Projekt zum Jahr des Glaubens zu besprechen.

Auf die Tagung möchte ich nicht näher eingehen, die wurde von vielen der Anwesenden schon gewürdigt, einen guten Bericht dazu könnt ihr u.a. auf Sende-Zeit lesen.

Ich möchte euch heute vielmehr Bilder der Kapelle aus unserem Tagungshaus zeigen. Für mich war es eine der schönsten Kapellen, in der ich je war. In ihrer Schlichtheit hat sie mir sehr gut gefallen. Die gewählten Materialien, Sichtbeton für die Wände, rohes, wenig behandeltes Holz für Altar, Ambo und Sitzhocker, ein schlichtes Kreuz, eine Osterkerze, ein wunderschönes Glasfenster und ein goldener Tabernakel waren die einzigen Gegenstände im Raum. Kein ablenkender Schmuck, kein die Sinne überreizender Barock, Reduzierung auf das absolut Wesentliche. Auch die Art und Weise wie das Thema Kreuz in den Pfeilern aufgegriffen wurde hat mir gut gefallen.

Ein Raum um mit Gott ins Gespräch zu kommen.

 

 

Das Kreuz im Mittelpunkt

 

Glasfenster Innen- und Außenansicht

 

Das Glasfenster stammt von der Künstlerin Hella de Santarossa, die Innenausstattung von Klaus Simon.

Während der Tagung schon habe ich mitbekommen, dass das, was mir so ausgesprochen gut gefällt, vielen der Teilnehmer überhaupt nicht gefallen hat. Welche Gründe gegen die Gestaltung sprechen bzw. was vielen mißfiel, hat Peter hier sehr gut zusammengefasst.

 

 

 

 

 

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17 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Eins ist klar: Du hast großartige Bilder gemacht!

    Was mich betrifft, gehöre ich zu denen, die die Kapelle kritisch sehen. Wobei ich das nach den Erfahrungen dieser Tage differenzieren möchte – sie hat durchaus Atmosphäre, was auf Deinen Fotos gut rüberkommt.
    Als Ort für stilles Gebet allein kann ich sie mir am ehesten vorstellen (ich nähme dann allerdings immer den Platz, auf dem ich am ehesten auf den Tabernakel ausgerichtet wäre), fürs Stundengebet war es auch in Ordnung (da war die Akustik bestechend) – für die Messe allerdings paßt sie für mein Gefühl gar nicht, aus vielen der Gründe, die Peter nennt.

    • Danke für das Lob 🙂
      Zur Messe hatte ich es ja nicht geschafft und so kann ich auch nicht beurteilen. Und weil ich ja mitbekommen habe, dass es vielen so geht wie dir, wollte ich es auch nicht unter den Tisch fallen lassen und habe daher Peters Artikel verlinkt.

  2. Ich kenne die Kapelle ja nur von den Bildern und der Diskussion rund um das Bloggertreffen. Mir gefiel sie von Anfang an in ihrer Schlichtheit. Nichts lenkt ab, es scheint bereits die Architektur zu sprechen. Altar und Ambo, Wort und Sakrament sind die Zentren des Raums und spiegeln darin die Zentren der Liturgie. Ob jemandem eine Kirche/Kapelle gefällt, hat aber vermutlich immer auch mit der eigenen Vorprägung zu tun. Ich mag es je schlichter desto lieber. Dass du dich positiv zu diesem Raum äußerst, obwohl bislang nur Kritisches zu lesen war, gefällt mir! Mutig!

    • Die Idee darüber zu schreiben hatte ich in dem Moment als ich die Kapelle betrat. Dass ich mit meiner Meinung, Kapelle und Einrichtung schön sind, recht alleine war, habe ich erst später (und wirklich verwundert) gemerkt. Mutig finde ich es nicht. Die einen so, die anderen so. Aber schön, dass du es auch so wahrnimmst wie ich :-), dann fühle ich mich nicht so ganz alleine.

  3. Da war durchaus nicht nur Kritisches zu lesen – meiner Schwester hat die Kapelle auch sehr gut gefallen und das hat sie noch am Sonntagabend zum Ausdruck gebracht. (s. unser gemeinsamer Blog). Ich war etwas gespalten. Mir gefiel die Schlichtheit auch gut. Danke übrigens für den Hinweis auf die Balken, das ist mir nicht aufgefallen. Die Akustik ist ja von fast allen sehr gelobt worden. Die Sache mit dem Ambo ist schon deshalb schwierig, weil nicht nur der Lektor, sondern auch der Priester zum Lesen des Evangeliums dahin muss. Die Hocker stehen aber so dicht, dass er sich samt liturgischem Gewand ziemlich durchquetschen musste, um hin und wieder zurück zu kommen. Ich mag es an sich auch lieber, wenn der Tabernakel im (Blick)zentrum ist, auch in der Messe. Das ist aber oft noch nicht mal in Kathedralkirchen so, da gibts häufig Sakramentskapellen. Ich hab auch schon sehr alte Kirchen gesehen, die 1. genauso schlicht waren und 2. den Original-Tabernakel auch seitlich hatten. Tabernakel im Zentrum wäre ja eigentlich auch v.a.dann wirklich sinnvoll, wenn die Zelebrationsrichtung wieder geändert und gemeinsam mit dem Priester ad deum gefeiert würde. Ansonsten: für Ältere (und auch für mich mit einer erst kurz zurückliegenden Fuß-OP) ist es schwierig, sich hinzuknien und wieder aufzustehen. Für Ältere oder anders körperlich Eingeschränkte ist es sicher auch schwierig, länger auf den Hockern zu sitzen, das wird bei der demographischen Entwicklung in Zukuinft problematisch werden.
    Was das Bloggertreffen betrifft und wie ich schon an anderer Stelle angemerkt habe: Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Kapelle jemanden am Beten gehindert hat, das war sehr schön, der Herr war anwesend, was will man mehr!

    • Hatte ich ja auch gar nicht gesagt, dass es nur kritisches zu lesen gäbe. Danke auch für den Hinweis auf den Blogpost deiner Schwester.

      Sicherlich hat die Kapelle einige Mängel. Die Punkte, die du zum praktischen Gebrauch während Messen anmerkst, klingen treffend. Ich habe in meiner Beurteilung sehr stark auf den ästhetischen Aspekt abgehoben und auf den Punkt der inneren Einkehr.

  4. Mit dem Tabernakel an der Seite habe ich übrigens kein Problem, wohl aber mit einer Sitzanordnung, wo ich ihn auf der Hälfte der Plätze nicht sehen kann und ihn bei einem Viertel der Plätze mehr oder weniger im Rücken habe …

    In den verschiedenen Sichten schlagen sicher auch verschiedene Spiritualitäten durch, die ja durchaus mit gleichem Recht nebeneinander stehenbleiben können.

  5. Sehr schön fotographiert. Ich bedauere schon, daß ich meine Kamera vergessen hatte. Die Einrichtung der Kapelle finde ich ebenfalls ziemlich daneben. Aber die Lichtstimmung, die die indirekte Belichtung erzeugt, und die großartige Akustik des Raumes machen das wieder wett. Und natürlich die Beter. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit, mit den Teilnehmern einer Tagung Stundengebete und Heilige Messe zu feiern.

    • Danke für das Kompliment. Die Fotos wurden übrigens zum Großteil mit dem iPhone gemacht und etwas überarbeitet.
      Und ja, die Beter sind vielleicht, nach dem Allerheiligsten, das Wichtigste im Raum 🙂

  6. Wunderschöne Bilder 🙂 Herzlichen Dank dafür.
    Ich mag an diesem Ort, dass er Raum für Gott lässt und optisch angenehm ruhig gestaltet ist. Ja, die Holzhocker sind ziemlich unbequem. Aber gehe ich in eine Kapelle, um es bequem zu haben? Und die Sitzordnung finde ich für eine Kapelle, die in erster Linie von Teilnehmern von Fortbildungen und Kursen genutzt wird, sehr schön. Communio soll ja schließlich nicht nur pädagogisch wichtig sein.

    • Danke für das Lob. Stimmt, das dürfte auch einer der Aspekte sein, die bei der Gestaltung eine Rolle gespielt haben.

  7. Das sind wunderbare Photos. Mir gefällt die Kapelle auch – ich kenne sie leider nur von den Bildern. Auch die Fenster finde ich sehr schön.
    Besonders freut mich, daß es außer mir doch noch einige katholische Blogger zu geben scheint, die nicht der Ansicht sind, Kunst nach 1860 ist pfui. 😉

    • Danke Claudia. Feut mich, dass sich noch jemand findet der meinen Geschmack teilt. Jede Zeit hat ihre Kunst, egal ob in Musik, Schrift oder Malerei. Und es gibt zu jeder Zeit schönes zu entdecken .

    • Dem kann ich auch nur beipflichten. Es gibt in unserer Zeit viel zu wenig moderne Kirchen. Das war im Mittelalter anders. Und auch der Barock: Ohne mit der Wimper zu zucken, wurden die Altäre der Gotik rausgeschmissen. Das war noch viel radikaler als die Verhackstückung mancher Hochaltäre nach dem II. Vatikanum.
      Nicht nur aus konservatorischen und denkmalpflegerischen Gründen lieben viele Katholiken barocke Kirchen. Diese entsprechen einem Lebensgefühl, das viele ersehnen: das Leben in Fülle. Und das als Gegenstück nämlich zu unserer nüchternen, aufgeklärten und hektischen Zeit.
      Das habe ich erst lernen müssen, denn ich bin in einer Kirche großgeworden, die nach dem II. Vat. eine Schlichtheit in der Gestaltung des Raumes erfahren hat, die mich eher für solche Kapellen gelehrt hat, sich zu begeistern, als für den überschwenglichen Barock.
      Aber auch die Eichsfelder lieben den Bauernbarock. Es gibt dort sogar eine Gemeinde, die erst vor einigen Jahren den schönen neo-gothischen Hochaltar zerstückelt und die Kirche komplett barockisiert hat.
      Die Fotos der Kapelle finde ich auch sehr inspirierend. Besonders das mit den (nachträglich eingearbeiteten?) Unschärfen. Danke auch für die verbalen Impressionen vom Treffen.

  8. Danke für die Erläuterungen Nachtbriefträger. Schön, wenn man (ich) durch die Kommentare auf die (eigenen) Blogposts die Gelegenheit erhält dazuzulernen, den eigenen Horizont zu erweitern und manches zu hinterfragen.

    Ja, die Fotos sind bearbeitet. Wurden fast alle mit dem iPhone aufgenommen und mit Apps bearbeitet. Näheres in meinen entsprechenden Blogposts :-).

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