Viel Lärm um eine kleine Kapelle

Nachtrag zum vorherigen Blogpost: Eine so kleine, schlichte Kapelle, wie die im Karl Rahner Haus in Freiburg, kann die Blogözese ganz schön in Wallung bringen. Bisher sind 7 Bogposts darüber erschienen (soweit ich überhaupt alle mitbekommen habe). Blogs in alphabetischer Reihenfolge.

In weiteren Blogposts wird sie noch mit verächtlichen oder vor Sarkasmus triefenden Worten erwähnt, z.B. als Kahlschlagkapellen und als anmutige Kapelle. Lesenswert sind auch immer die Kommetare zu allen Blogposts, wo es munter weiter geht.

Auch wenn ich selbst immer sehr kritisch bin, was Äußerungen über den Willen Jesu anbelangt, aber heute möchte ich mich doch auch mal etwas hinauswagen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass er diesen Raum als Platz für sein letztes Abendmahl als zu wenig luxuriös zurückgewiesen hätte. Oder sich über die unbequemen Hocker beschwert hätte. Was ich mir aber auch gut vorstellen kann, ist, dass er als Zimmermannssohn zu der Verarbeitung des Tisches so die ein oder andere Bermerkung gemacht hätte.

Aber ob er sich wirklich in diesem Raum hier wohler gefühlt hätte?

 

Sitzungszimmer Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg

 

Ich glaube es nicht. Aber das alles ist natürlich reine Spekulation.

 

 

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9 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Ich bin 100 % deiner Meinung. Die Kapelle mag Geschmacksache sein (mir gefällt sie übrigens ausgesprochen gut), aber das ist auch alles. Es wäre schön, wenn manche sich auf das konzentrieren würden worauf es ankommt und das ist meiner Meinung nach der Glaube an Gott, der Glaube an sich selbst und das Dasein für Andere. Ganz sicher nicht die Gestaltung von Räumen.

  2. Das würde ich eher pragmatisch sehen – wie Stanislaus es einmal ausgedrückt hat: wenn es das ist, was die Blogger beschäftigt, dann beschäftigt es sie eben. Worin der Herr sich wohler fühlen würde, darüber können wir nur mutmaßen. Sicher ist: er wohnt in beidem.

    • Liebe Braut des Lammes,

      hast Du bemerkt, dass das zweite Foto keine Kapelle zeigt, sondern das Sitzungszimmer Erzbischöfliches Ordinariat Freiburg? 🙂

      Allerdings wäre es auch als Kapelle und „Wohnung Gottes“ wunderschön und Jesus hätte sich dort bei der Feier des Abendmahles sicher sehr wohl gefühlt. Gerade als Zimmermannssohn hätte ihn die Architektur und Ausstattung des Raumes sicher sehr angesprochen.

      Aber auch das ist nur reine Spekulation…

  3. Also mit der Problemkerze im Sitzungszimmer des Ordinariats hätte er sicher ein Problem gehabt 😉

    Im Ernst: Vieles ist natürlich Geschmackssache und beim Feiern der Liturgie kommt es ja nun nicht darauf an, den Hergang in jenem Jerusalemer Obergemach um 33 n.Chr. möglichst authentisch darzustellen. Wenn Christen früherer Jahrhunderte mit viel Gold und anderen kostbaren Materialien gearbeitet haben, um ihre Kirchenräume auszugestalten, dann sollte damit zum Ausdruck kommen, daß diese etwas ganz besonderes, nicht alltägliches sind. Wenn ich jemandem, den ich besonders gern habe, etwas gutes tun möchte, dann scheue ich in der Regel weder Mühen noch Kosten. Freilich – und da gebe ich allen Recht, die davor warnen – darf dies nicht in reine Repräsentations- und Prunksucht münden. Ich glaube übrigens auch nicht, daß die Ausstattung der Kapelle im Karl Rahner Haus besonders günstig war …

    • Was ist denn eine Problemkerze?

      Ich kann auch sehr kostbar ausgestatteten Räumen etwas abgewinnen und kann das auch wertschätzen, aber wie eben formuliert, mich spricht das Schlichte vor allem fürs Gebet einfach mehr an. Ich war nur eben vollkommen baff von der Emotionalität, mit der das Thema diskutiert wird.

      Und ja, auch die schlichten Gestaltungen haben sicher recht viel Geld gekostet.

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