Kuhglocken: Folklore oder unnötige Tierquälerei?

 

Eigentlich gehören Kuhglocken zu einer Wanderung in den Bergen, wie Löcher in den Schweizer Käse. Und uneigentlich? Uneigentlich empfinde ich es als massive Tierquälerei. Was für uns ein nettes Geläute am Wegesrand ist, muss für die Kuh, die diese mehr oder weniger große Glocke um den Hals trägt, unerträglich sein. Immer dieser Lärm, das Gewicht um den Hals und das dadurch scheuernde Lederband. Und warum das alles? Angeblich, damit man die Tiere im Nebel besser finden kann. Klar, das mag vor ein paar Jahren ja alles noch gegolten haben, aber im Zeitalter von Chip und GPS, da muss es doch andere Möglichkeiten geben, verlorene Schafe äh Kühe wiedereinzufinden.

Dieses Jahr ist mir das bei meinem Wanderurlaub in den Alpen zum ersten Mal so richtig bewusst geworden und ein bisschen googeln hat an den Tag gebracht, dass ich mit meiner Meinung da zwar nicht alleine dastehe, aber es anscheinend die Tierschutzverbände nicht wirklich interessiert. Und das wiederum kann ich überhaupt nicht verstehen.

Ganz pervers empfinde ich, dass ein Gericht in Österreich jetzt Kuhglocken verboten hat, aber nicht weil die armen Tiere leiden, sondern weil die Menschen in ihrer Nachtruhe gestört werden. Wie krank ist das denn bitte? Der Mensch kann sich Oropax in die Ohren stopfen, die Kuh aber hat gar keine Möglichkeit, sich gegen das schwere und laute Ungetüm um seinen Hals zu wehren.

Wissenswertes zum Thema Tierquälerei und Kuhglocken habe ich übrigens bei der IG Stiller gefunden, eine rOrganisation, die sich dem Lärmschutz von Menschen verschrieben hat. Diese schildern das Problem sehr umfassend, und haben zudem eine Befragung bei Tierschutzvereinen durchgeführt.

Und nun seid ihr dran, was meint ihr? Einfach abstimmen und/oder Kommentar hinterlassen.

 

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16 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Sicher bin ich für Kuhglocken nicht der Experte, aber immerhin ein Landei: meines Wissens lieben Kühe ihre Glocken, sie sind an den Ton ihrer eigenen Glocke gewöhnt, was auf den Almen soweit geht, daß eine Kuh den Appetit verlieren oder weniger Milch gibt, weil ihre Glocke weg ist.

    • Hmm, komische Logik. Zuerst malträtiere ich das Ohr eines Kalbes so lange bis es sich vielleicht daran gewöhnt hat (und sein Hörvermögen durch die Dauerbeschallung mit Sicherheit leidet) und dann sage ich, dass es seine Glocke ja soooo mag. Zudem die Glocken mit dem Wachstum der Kuh auch immer in der Größe angepasst werden und es „die“ Glocke gar nicht gibt.
      Wenn du einen Link hast, wo das beschrieben wirst was du sagst, würde mich das sehr interessieren.

      Und dieses Bild hier sieht auch nicht unbedingt nach Spaß aus Kuhquälerei

      • Ein Zitat suche ich dir heraus. Zum Bild: das spricht, glaub ich, eher für einen schlechten Senner, nicht gegen Kuhglocken an sich. Zudem mißtraue ich der Quelle, mit einem Weblink wie dem auf dem Bild sind die Gründe, sich gegen Kuhglocken (wie auch gegen Kirchenglocken und krähende Hähne) einzusetzen, allzu durchsichtig.

        • Ich kann leider deine Argumente nicht wirklich nachvollziehen. Klar kann es auch gegen den Senner zu sprechen, das ist sogar sehr wahrscheinlich.
          Mein Ansatz ist, dass
          1. Kühe ohne Kuhglocken geboren werden
          2. Tiere im Allgemeinen wesentlich schärfere Sinne haben als Menschen, woraus für mich der Schluss nahe liegt, dass
          3. diese Dauerbeschallung nervtötend sein muss.

          Vielleicht erklärst du mir auch bei Gelegenheit mal die allzu durchsichtigen Gründe, sich gegen krähende Hähne und Kirchenglocken zur Wehr zu setzen.
          Die Seite gibt ja gar nicht vor aus anderen Gründen, außer dass sie sich in ihrer Ruhe gestört fühlen, dagegen vorzugehen. Das mit den Kuhglocken listen sie nur zusätzlich auf. Und nur weil ich selbst gläubig bin und Kirchenglocken schätze, kann ich es dennoch verstehen, wenn Menschen sich dadurch gestört fühlen.

  2. Mit „allzu durchsichtig“ meinte ich, daß jemand, der sich durch Kuh- oder Kirchenglocken in seiner Nachtruhe gestört fühlt, natürlich ein gewisses Interesse daran hat, Gründe dafür zu finden, wieso Kuhglocken Tierquälerei seien.

    Nur wegen mir müssen Kühe keine Kuhglocken tragen, sie gehören meines Wissens zum jahrhundertealten Brauchtum. Weshalb ich auch die Kirchenglocken und Hähne angeführt habe, ist dies: Alpen mit Kühen drauf, Kirchtürme und Bauernhöfe wachsen nicht so einfach über Nacht aus dem Boden. Man weiß es vorher, wenn man da hinzieht, daß da Glocken läuten, Hähne krähen und Kühe muhen.

    • Danke für die Erklärung. Das sehe ich ähnlich mit dem Wissen um den Lärm, wenn man irgendwo hinzieht, aber das ist eine ganz andere Diskussion. Ich hätte auch wesentlich lieber Beispiele von einer anderen Seite gebracht, aber leider habe ich zu dem Thema relativ wenig gefunden.

  3. Ich wollte nicht deinen Beitrag irgendwie angreifen, mir gings nur drum, anzuführen, daß die Kühe ihre Glocken tatsächlich gern haben. Zudem „ermöglichen“ sie ihnen ein recht freies Leben auf offener Weide (im Gegensatz etwa zu den Tieren, die dauernd im Stall stehen müssen). Die Glocken tragen zur Orientierung und zum Herdengefühl der Tiere bei, weil die einen wissen, wo die anderen jeweils gerade sind bzw. daß sie noch dasind, das wäre mit Chips so nicht möglich. (Chips sind zudem meines Wissens auch nur auf geringe Entfernung lesbar. GPS würde wieder bedeuten, daß die Kühe ein Halsband tragen). Die Kühe, die wir in der Schweiz gesehen haben – Schlafen im Heu – sahen total zufrieden aus.

    Informationen darüber habe ich aus Erzählungen und aus einem älteren Buch, das ich noch heraussuchen müßte. Online findest du aber auch etwas hier:http://www.kaesekessel.de/forum/kuhglocken-t-448-1.html

    • Liebe Braut des Lammes, danke für deinen Einsatz mich davon zu überzeugen, dass die Kühe ihre Glocken lieben. Ist wohl eine Frage des Glaubens, ich glaube es nicht.

  4. Darüber habe ich noch nie nachgedacht – ob die Glocken für die Kuhohren gesund sind oder nicht.

    Ich freue mich über die Anregung – auch in den Kommentaren.
    (Nachdenken geht weiter. Bis dahin bin ich schon mal gekommen…)

  5. Die Kuhglocke 2.0 gibt es schon länger. Für die weitläufigen Farmen in den USA oder Australien. Ist ein GPS Halsband mit Tongeber und Elektroschocker. Wenn die Kuh zu nah an den virtuellen Zaun kommt, piepst das Halsband. Wenn die Kuh dann noch näher an den Zaun kommt, gibt es einen Stromschlag.

    Da die Zäune virtuell sind, kann man die Herde dann leicht auf eine andere Weide treiben – die Parameter für die ‚Zäune‘ werden einfach langsam verschoben. Einfach mal nach virtual herding suchen.

    Kuhglocke 2.0 ist also der elektrische Weidezaun um den Hals der Kuh. Keine Ahnung ob das jetzt besser ist für das liebe Vieh.

    • Danke für den Hinweis, das hätte mich auch wirklich gewundert, wenn es da noch nichts gegeben hätte. Ob es nun besser oder schlechter ist, das ist eine gute Frage.

  6. Im Septembär fahre ich s.G.w. wieder in „meine AlpenBerge“ ins LeutaschTal. Auch dort in der Ortschaft Ostbach stehen mitten im Dorf Kühe mit Glocken auf der Weide hinter dem Haus, ja eigentlich in mitten vieler Häuser. Vorne zur Straße ein „Selbstbedienungsladen“ wo ich mir kuhfrische Milch zapfen und feinsten NaturJoghurt aus einem Kühlschrank nehmen kan, Kasse des Vertrauens – ein Briefkasten an der Wand, in den ich die Eurone reinklönkern lasse. In dem Dorf hat sich meines Wissens noch niemand ob des Lärms aufgeregt, der wohl seit altersher einfach mal dazugehört. Ich denke, daß es den Kühen mit dem permanenten Gebimmel im Ohr dort tausendemale besser ergeht als ihren bedauernswerten Artgenossinnen, die in D-Land in Intensivställen stehen, gar kein Tageslicht sehen, mit Tierfett und Genmais gefüttert werden, tagtäglich vom Lärm der Filterventilation, der Melkgeschirre und diversen technischen Einrichtungen im Stall umgeben sind und so gar keine Möglichkeit haben, dem auszuweichen. Die „Damen“ aus dem Gaistal dürfen in den Wald wenns heiß ist, sie dürfen auf die Wanderwege, wenn sie von Mücken gepiesackt werden und sie fallen, wenn ihnen danach ist über saftige Wiesen her, die von Wildbächen durchzogen auch feinstes Wasser zum Trinken bieten. Zweimal am Tag kommt der Bauer mit mobilem Melkgeschirr und die Kühe kommen herbeigaloppiert. Nein ich freu mich auf die Leutasch, auf das Gaistal, auf die KuhGlocken und – sorry- ich denke, daß die Landwirte dort die Kreatur mehr achten als es hier in den IntensivMilchFabriken gehandhabt wird. Vielleicht ist das ja auch mal ein Denkanstoß. Und der Gedanke, daß ein GPS-gesteuertes Halsband den armen Tieren Stromstöße verpaßt wenn sie ihre Position verlassen wär für mich unerträglich.Zu welchen Gemeinheiten wir Menschen so fähig sind, wenn wir den Apparat dazu besitzen?! Mich schaudert. Und schau sie Dir an, die Kuh auf Deinem ersten Photo – sieht sie ungesund oder unglycklich aus? Liebe Grüße aus dem Pommerschen PlattLand vom alten grauen Wolf.

    • Danke für ihre ausführliche Darstellung des Landlebens.

      Vieles von dem was sie schreiben trifft sicherlich zu, aber genauso wenig wie eine industriellere Landwirtschaft komplett schlecht und nicht tiergerecht sein soll, genausowenig ist diese Idylle 100% idyllisch.

      In modernen Ställen bestimmen Kühe selbst wann sie gemolken werden, laufen in luftigen Ställen, gehen zum Futter wenn ihnen danach ist. Solange wir Menschen derart viel konsumieren, geht es nur mit solchen Strukturen, die natürlich so tiergerecht wie nur irgendmöglich sein müssen.

      Sorry, aber schon mal im Winter bei denen von Ihnen als so glücklich beschriebenen Kühen gewesen, wenn sie in Ställen stehen, die keine 2 Meter hoch sind, angebunden dicht an dicht, schlecht ausgemistet und in einer Wolke von Ammoniak? Das ist auch Realität.

  7. NA WEN IHR NICHTS BESSERS ZU TUN HABT ALS EUCH GEDANKEN ZU MACHEN OB KUHGLOCKEN TIERQUÄLEREI IST ODER NICHT SEIT IHR DIERECKT ARBEITSLOSS ODER ETWA HOBYLOSS, NEIN NEIN NEIN HIRNLOSS WIE KANN JEMAND NUR SICH AN DEN SCHÖNEN KLANG STÖREN DIE DIE SICH DARAN STÖREN SIND GEISTESGESTÖRT GEISTESSCHWACH ODER EINFACH VERÜCKT NEIN SOLCHE DUMKÖPFE GEHÖREN NUR IN DIE KLAPSE

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