Von einer die auszog: einen Hund zu adoptieren Teil 1

Im Mai starb unsere Hündin Betty und die ganze Familie trauerte um sie. Paul, unser Rüde hat seit dem Tag viel von seiner Fröhlichkeit und seinem Spieltrieb verloren und so war klar, ein neuer Gefährte würde ihm sicher gut tun.

Von Zeit zu Zeit habe ich mich auf den Seiten der saarländischen Tierheime und auf der Seite Shelta von Tasso umgeschaut. Die Tasso Seite ist wirklich toll gemacht. Hunde aus ganz Europa sind dort zu finden und per Auswahl-Menue kann man schon mal stark vorselektieren, nach Alter, Rasse, Größe, Geschlecht und Eigenschaften.

Ich wollte unbedingt wieder eine Hündin, nicht mehr ganz jung, aber auch noch nicht sehr alt und groß sollte sie sein. Immer und immer wieder habe ich auf der Seite geschaut und die Tierschicksale haben mich sehr berührt. Aber der Hund, bei dem ich das Gefühl hatte, er oder sie wartet auf mich, war nicht dabei. Bis ich eines Tages die Seite mit den Handicap-Hunden aufgerufen habe, und da war sie: Mia. Eine 2-jährige Schäferhündin, deren rechtes Hinterbein nach einem Autounfall amputiert werden musste und die nur dank eines Tierarztes überlebt hat, der, statt sie einzuschläfern eine Tierschüzterin verständigt hat und sie damit in die Obhut eines liebevollen Pflegefrauchens kam und sich die Tierfreunde Spanien um ihre Vermittlung kümmerten.

Fast 1 Jahr war Mia nun schon auf Ihrer Pflegestelle und alles was ich auf der Seite sehen konnte, war ein zwar beinamputierter aber auch lieber und schöner Hund. Sollte es so schwierig sein, einem 3-beinigen Hund gerecht zu werden? Denn Mia kam augenscheinlich und nach der Beschreibung im Netz ganz gut ohne ihr 4. Bein zurecht.

 

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Wochenlang ging ich mit der Idee schwanger, fragte meine Kinder was sie von der Idee hielten, dann die Tiertrainerin meines Vertrauens Susanne Czwikla von der KYNOS Hundeschule und meine Freundin Ilka Kessler, die als Tierphysiotherapeutin naturgemäß die Lage gut einschätzen konnte. Alle meinten, dass es zu schaffen sei und so ging ich den ersten Schritt in Richtung Adoption. Bevor man ein Tier bei den Tierschutzfreunden Spanien adoptieren kann, wird erst mal die Eignung des zukünftigen Halters per Fragebogen geprüft. Zu beantworten waren Fragen wie: warum genau dieses Tier und ob man vorher schon Hunde hatte, wie man lebt, wie das Tier leben wird, wie der Tagesablauf aussieht, was man tut wenn es Probleme gibt und was man macht wenn der Hund ins Haus pinkelt oder aufs Sofa klettert. 32 Fragen habe ich beantwortet und dann gewartet. Recht schnell bekam ich einen Anruf von Marlen, einer deutschen ehrenamtlichen Mitarbeiterin der Tierfreunde Spanien, mit der ich mich nett unterhalten haben und erläutert warum ich gerade diesen Hund haben möchte.

Unzählige Mails gingen hin und her. Danach kam eine Vorkontrolle und recht schnell war klar, dass Mia nicht, wie die meisten Hunde die aus dem Süden nach Deutschland kommen, per begleitetem Flug hier eintreffen, sondern von ihrer Pflegefrauchen Encarna nach Deutschland gefahren würde. Den ganzen Weg von Barcelona hierher. Encarna opferte dafür einen Teil ihres Jahresurlaubes, um zusammen mit ihrer Freundin Marian Mia höchstpersönlich bei uns abzuliefern, und sich zu überzeugen, dass der Hund, um den sie sich 1 Jahr so liebevoll gekümmert und ihn nach der Amputation versorgt hat, auch wirklich in gute Hände kommt.

Mia mit Encarna. Nach dem Unfall. vor der Amputation

frisch operiert

 

Wie das Treffen ablief, was Paul von seiner neuen „Freundin“ hielt und was Mia zu allem meinte, das erzähle ich euch in der nächsten Folge.

Die Geschichte von Mia, so wie ich sie gelesen habe, könnt ihr hier nachlesen.

 

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7 Kommentare Schreibe einen Kommentar

  1. Du sagtest mir ja am Telefon schon, wie sehr Du Dich verliebt hast. Und nun diese Bilder und diese wundervollen Videos (auch auf der Vermittlungsseite). Es berührt mein Herz Mia zu sehen und noch mehr, dass Du sie mit dem Herzen gesehen und adoptiert hast. Und das beste: Es ist nicht nur für Mia eine Bereicherung, sondern so wie es scheint, für alle :))))

    • Du hast ja so Recht. Es ist für uns alle eine Bereicherung, nur Paul muss noch ein bißchen überzeugt werden. Mehr dazu ins Teil 2 🙂

  2. Eine Geschichte, die ans Herz geht. Glückwunsch zur unkonventionellen Entscheidung. Wahnsinn, dass Encarna Mia persönlich aus Spanien vorbei gebracht hat. Bin schon gespannt auf Teil 2.

    • Das zeigt wirklich wie verbunden die beiden sind. Es sind viele viele Tränen geflossen. Bei Encarna, aber auch bei mir, weil ich ihren Schmerz gut nachvollziehen konnte. Und ich bin ihr aufrichtig dankbar für alles was sie getan hat. Teil 2 wird etwas dauern, bekomme die Zeit zum schreiben im Moment nicht so, und schaffe nicht den täglichen Blogpost wie mein großes Vorbild 🙂

  3. Wie schön 🙂 Wie schön, dass der Tierarzt nicht den einfachsten Weg gegangen ist, wie schön, dass Mia eine liebe Pflegerin hatte, wie schön, dass sie bei Euch ein neues Zuhause findet – und wie prima sie mit drei Beinen zurecht kommt. Ich wünsche Euch noch viel Freude mit- und aneinander!

    • Vielen Dank. Ja, auch wenn Mias Leben vom Unfall überschattet war, sie hatte danach wirklich ein paar rettende Engel. Und wir werden das unsere tun, damit sie sich bei uns wohlfühlt.

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